Das neue Cola in der Stadt – und seine Konkurrenten

Das erste Berner Cola kommt aus dem Lola-Laden. Lola-Cola heisst die Kreation aus dem Berner Lorraine-Quartier. Wir haben es mit der Konkurrenz verglichen.

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Lola-Cola heisst der neuste Zuwachs in der grossen Cola-Familie, die auch abseits der grossen Marken die Vielfalt pflegt (siehe Box). So gross die Auswahl auch sein mag – am Ende bleibt das traditionelle Coca-Cola die geschmackliche Referenz. Wir haben die Lancierung des Lola-Colas zum Anlass genommen, sieben alternative Cola-Sorten und den Klassiker zu testen. Die Preisangaben beziehen sich auf den Verkaufspreis im «Drinks of the World», ausser beim Lola-Cola (Preis im Lola-Laden) und beim Pepsi (Preis in der Migros).

Baladin-Cola (Fr. 4.80/2,5 dl): Beginnen wir mit dem Verlierer des Testes: Beim Baladin-Cola ist es trotz des Namens nicht sicher, ob es überhaupt ein Cola sein will. Das Baladin tanzt mit seiner hellroten Farbe schon optisch aus der Reihe, geschmacklich geht das Getränk eher Richtung Tee. Und für die traditionell eher schlanke Form der Cola-Flasche hat das Baladin ebenfalls wenig übrig. Sehr eigenständig, jedoch leider nicht zugunsten des Produktes – zumindest im Vergleich mit dem «echten» Coca-Cola.

Club-Mate-Cola (Fr. 2.80/3,3 dl): Auch das Club-Mate-Cola ist ein Getränk, das es nur knapp in die Kategorie der traditionellen Colas schafft. Es kann sich nicht entscheiden, nach was es schmecken soll. Das führt zu einem Kompromiss, der einen gespalten zurücklässt: Club-Mate-Anhänger bleiben wohl eher bei der klassischen Mate-Variante. Den Cola-Anhängern dürfte dieses Getränk zu süss schmecken. Immerhin vermag die dunkle Farbe zu überzeugen. Die Flasche wiederum richtet sich klar an Club-Mate-Trinker.

Fritz-Kola (Fr. 3.–/3,3 dl): Damit kommen wir zu den Getränken, die sich konsequenter am klassischen Coca-Cola orientieren. Mit dem Fritz-Kola gut bedient ist, wer mit «Cola» hauptsächlich den Geschmack der «Goggi-Fröschli» vom Kiosk assoziiert. Leider riecht das Cola aus Hamburg aber auch etwas seifig und erinnert an Rosenblätter. Immerhin vermag die dunkle Farbe zu überzeugen – doch eine ebenbürtige Alternative zum Klassiker ist das nicht.

Premium (Fr. 3.20/3,3 dl): Durch seine Schlichtheit zwar klarer Etikettensieger, doch geschmacklich gibt es Abstriche. Hier wurde auf zu viel Zucker gesetzt, die Süssigkeit lässt keine weiteren Eindrücke zu. Dafür hat das Premium genug Kohlensäure, um als Erfrischungsgetränk durchzugehen.

Pepsi-Cola (Fr. 0.65/3,3 dl): Die ewige Nummer zwei. Etwas weniger süss und heller in der Farbe als das Original. Sonst gibt es wenig zu bemängeln. Der Sprung an die Spitze gelingt Pepsi aber dennoch nicht ganz.

Afri-Cola (Fr. 2.50/3,3 dl): Endlich eine Cola, die dem Klassiker Konkurrenz macht. Geschmacklich sehr nahe beim Original, nur bei der Farbe kann das Afri-Cola nicht ganz mithalten: Es ist zu hell. Das Afri könnte dazu etwas spritziger sein. Es punktet aber durch die Flaschenform, welche sich im weitesten Sinne an die klassische Coca-Cola-Flasche anlehnt – ohne Gefahr zu laufen, das Copyright zu verletzten.

Lola-Cola (Fr. 2.40/3,3 dl) Wer das Original liebt, aber dennoch etwas Variation in den Süssgetränke-Alltag bringen will, ist mit dem Lola-Cola gut bedient. Das Lola liegt nah am Klassiker, wirkt aber etwas weniger süss. Hier wurden keine Experimente gemacht, ein sehr solides Cola, das einzig etwas mehr Kohlensäure ertragen könnte.

Coca-Cola (Fr. 2.–/3,3 dl) Die Referenz und der Klassiker – oft kopiert, nie übertroffen, auch in diesem Test nicht. Wer jedoch auf Abenteuer steht und das Original mittlerweile etwas langweilig findet, der greift zu Afri-Cola – oder eben dem Lola.

Und welches Cola ist Ihr Favorit? Schreiben Sie uns in den Kommentaren. (Der Bund)

Erstellt: 17.04.2015, 07:02 Uhr

Das neue Cola in der Stadt

Das erste Berner Cola kommt aus dem Lola-Laden. Lola-Cola heisst die Kreation aus dem Berner Lorraine-Quartier – abgefüllt im Schwarzwald, getrunken wohl bald auch in Zürich.

Ein eigener Gin, ein eigener Cider, eigene Sirupe, diverse Biere: In Sachen Getränke ist der lokale Markt in Bern gut aufgestellt. Jetzt wird er erweitert: mit einem eigenen Cola aus der Lorraine. «Wir suchten ein Cola für unseren Laden», erzählt Daniel König, Geschäftsführer des Lola-Ladens von den Anfängen des Lola-Colas. Die Ansprüche waren hoch: Unabhängig und lokal produziert sollte es sein, hergestellt aus fair gehandelten Zutaten und im Geschmack möglichst nahe am traditionellen Coca-Cola. «Das ist für die meisten immer noch der Standard in Sachen Cola-Geschmack», sagt König.

Das richtige Rezept fand er schliesslich bei einer kleinen Firma in Basel. Hergestellt wird es mit Fair-Trade-Zucker, «der ist viermal so teuer wie gewöhnlicher Zucker». Die Etikette stammt vom Berner Designer Marc Hohn, ein «Zögling» Claude Kuhns. Das Cola gibt es aus ökologischen Gründen nur in der Glasflasche.

Das Rezept bleibt geheim

Wo das Cola genau abgefüllt wird, gehört, wie das detaillierte Rezept, zum Geschäftsgeheimnis. Nur so viel: «Die Anlage steht etwa 150 Kilometer von Bern entfernt, im Schwarzwald, gleich neben einem Bauernhof, wo einem auch mal Hochland-Kälber über den Weg laufen.» Gerne hätte er in der Schweiz produziert, doch habe er keinen Anbieter gefunden, der ihm die Erstmenge von 4000 Flaschen abfüllte – die Mindestmenge sei überall bei 40'000 Litern, also etwa 120'000 Flaschen gelegen. 150 Kilometer Transportweg sei für ihn eine vertretbare Distanz, «das könnte auch noch in der Schweiz liegen».

Verkauft wird das Lola-Cola im Lola-Laden, noch diese Woche soll es auch im Adrianos, im Volver, im Du Nord, im Wartsaal und im Bonbec erhältlich sein – und es gebe auch bereits Interessenten aus Zürich. «Offenbar rennen wir offene Türen ein», sagt König. Und das trotz des Preises von 2.40 Franken plus 30 Rappen Depot für das 0,33-Deziliter-Fläschchen. «Natürlich ist es etwas teuer, aber es ist auch keine Billig-Cola. Die Produktion kostet mehr – aber die Qualität ist höher.» (zec)

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