Das Berner Neustadtlab im Clinch mit Polizei

Die Polizei habe in Eigenregie Lärmkontrollen durchgeführt, monieren die Betreiber des Neustadtlabs. Diese weist die Vorwürfe zurück.

Grund für die sommerlichen Lärmklagen? Das Neustadtlab auf der Schützenmatte. (Archiv)

Grund für die sommerlichen Lärmklagen? Das Neustadtlab auf der Schützenmatte. (Archiv) Bild: zvg/Joanne Van Spyk

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Diverse Bars, eine Bühne und ein heisser, langer August - dass es während der diesjährigen Neustadtlab-Zwischennutzung auf der Berner Schützenmatte durchaus laut werden konnte, ist klar. Manchen Anwohnerinnen und Anwohnern wurde es offenbar zu laut. Gemäss Kantonspolizei Bern sind heuer «verschiedentlich Meldungen wegen Ruhestörung» eingegangen. Man habe die entsprechenden Personen jeweils auf die Bewilligung hingewiesen, die den Veranstaltern laute Musik und Alkoholausschank bis Mitternacht erlaubt.

Anders klingt es bei den Organisatoren der Zwischennutzung, welche die Schützenmatte diesen Sommer zum dritten Mal belebt. «Laut Polizei hat es im August viele Klagen gegeben, wir wissen allerdings nicht, wie viele und von wem», so OK-Mitglied Nicolai Wenger. Der Eindruck sei vielmehr, dass es die Polizei sei, die eine «repressive Haltung» an den Tag lege.

Täglich hätten Einsatzkräfte Kontrollen durchgeführt. Wenn es Lärm gegeben habe, sei teilweise nicht untersucht worden, wer diesen verursacht hatte - die Zwischennutzung auf der Schützenmatte oder Besucher und Besucherinnen des Kulturzentrums Reitschule. «Jedes Mal, wenn es irgendwo auf der Schützenmatte laut wird, müssen wir dafür geradestehen», sagt er. Wenger zieht darüber hinaus in Zweifel, dass es wirklich Anwohner waren, die eine Ruhestörung gemeldet haben; er vermutet, dass die Polizei selbst als «Lärmkontrolle» vor Ort war. «Eine einzige Person hat sich direkt bei uns gemeldet, weil angeblich nach Mitternacht noch Musik lief.» In dem Fall sei das Neustadtlab aber nicht Verursacher gewesen, und man habe sich mit der Person gütlich einigen können.

Vonseiten Polizei weist man die Vorwürfe zurück. «Die Meldungen gingen jeweils aus der Bevölkerung telefonisch bei der Einsatzzentrale ein», so Mediensprecherin Jolanda Egger. Wie in solchen Fällen üblich, sei man den Klagen nachgegangen und habe auch vor Ort nach dem Ursprung gesucht. «Detaillierte Angaben zu den Meldern machen wir grundsätzlich nicht.»

Überzeitbewilligung gewünscht

Ob die sommerlichen Klagen nun auf lärmgeplagte Anwohner zurückgehen oder doch auf eine übereifrige Polizei, bleibt also offen. Nicolai Wenger vom Neustadtlab sieht kurz vor Schluss der Zwischennutzung ohnehin nicht die Polizei als Hauptproblem, sondern die mangelnde Überzeitbewilligung. «Wenn die Bars um Mitternacht schliessen und niemand mehr vor Ort ist, geht jedes Mal etwas kaputt», sagt er. Könnte der Betrieb bis nach 2 Uhr früh laufen, würde das nicht passieren, ist Wenger überzeugt. Der Kontakt mit den Nachbarn vom Kulturzentrum Reitschule laufe indessen sehr gut.

Das diesjährige Neustadtlab wird an diesem Wochenende seinen Abschluss feiern. Um ein Fazit bezüglich Finanzen zu ziehen - die Unterstützung der Stadt fiel heuer weit tiefer aus als in früheren Jahren -, sei es noch zu früh, so Wenger. Da müsse man noch über die Bücher. (Der Bund)

Erstellt: 21.09.2017, 08:17 Uhr

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