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Berner Juden fordern offizielles Shoa-Mahnmal

Eine Gedenkstätte soll an die Opfer der Schweizer Flüchtlingspolitik während des Zweiten Weltkriegs erinnern.

Auf dem jüdischen Friedhof in Bern gibt es bereits ein kleines Shoa-Mahnmal. Michael Kohn (links), Hannah Einhaus und Ralph Friedländer fordern nun aber eine offizielle Gedenkstätte.

Auf dem jüdischen Friedhof in Bern gibt es bereits ein kleines Shoa-Mahnmal. Michael Kohn (links), Hannah Einhaus und Ralph Friedländer fordern nun aber eine offizielle Gedenkstätte.

(Bild: Adrian Moser)

Für Zsombor Papp (Name geändert) ist der Holocaust nichts Abstraktes. Er wurde im April 1944 im Alter von 14 Jahren von Ungarn aus mit seiner Familie nach Auschwitz deportiert. Dort überstand er mehrere «Selektionen», teils weil er als arbeitsfähig eingestuft wurde, einmal weil er sich von der Gruppe der Todgeweihten wegschlich. «Ich wusste, wenn ich es nicht versuche, sterbe ich ohnehin im Gas.» Als die Front näherrückte, verschob man ihn mit anderen Häftlingen ins Konzentrationslager Buchenwald. Von dort aus musste er sich schliesslich auf den «Todesmarsch» Richtung Theresienstadt begeben, auf dem die SS-Leute jeden erschossen, der sich nicht mehr selber auf den Beinen halten konnten. «Den Marsch überlebte ich nur, weil mich zwei Freunde bis zur Ankunft an den Schultern stützten.» Doch auch wenn er selber die Shoa letztlich überlebte: Unter den sechs Millionen ermordeten Juden befanden sich sein Vater, sein Bruder und zahlreiche weitere Familienangehörige.

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