Cabaret um YB-Meister

Stadtpräsident Alec von Graffenried wünscht, dass das erfolgreiche Fussballteam künftig den Namen Bern in die Welt hinausträgt.

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Gipfeltreffen im Erlacherhof: Die YB-Mannschaft ist zu Gast beim Stadtpräsidenten. Der YB-Meistertitel liegt zwar auch schon einige Monate zurück, doch der Sprung in die Champions League ist noch taufrisch - zwei gute Gründe, die Fussballmannschaft zu feiern, die so lange untendurch musste. Die Sonne steuert einen herrlichen Altweiber-Sommertag bei, was will man noch mehr. Die Fussballmannschaft vertritt zwar Bern, doch viele Spieler haben Wurzeln in anderen Ländern.

Darum parliert Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) auf der Terrasse hinter dem Regierungssitz auf Deutsch, Französisch und Englisch, als er seiner Freude Ausdruck verleiht über die Erfolge des Berner Traditionsvereins. Auch Baseldeutsch spricht der Oberbürgermeister - eine wahre Cabaretnummer.

Er imitiert den früheren Leiter der YB-Sportkommission, Urs Siegenthaler. Dieser philosophierte vor fast genau zwei Jahren darüber, dass YB wohl keinen Stich hätte, den Klassenprimus FCB anzugreifen. Damals fuhr ein wahrer Shitstorm über Siegenthaler hinweg, und der seltsame Auftritt kostete ihn beruflich den Kopf. Inzwischen ist die Geschichte über diesen Fauxpas hinweggegangen, und so sorgt der ulkige Stapi-Auftritt für Heiterkeit: Wer zuletzt lacht, lacht am Besten.

Einen Wunsch habe er, sagt der Stapi. Jetzt, wo die Young Boys auf der europäischen Landkarte stünden, möge der Club unter dem Namen YB Bern firmieren, damit alle wüssten, woher er stamme, so wie bei Real Madrid oder Manchester United. YB-CEO Wanja Greuel antwortet: «Ihr Wunsch ist uns Befehl.» Auch was die Gedenktafel anbelangt, die von Graffenried Greuel überreicht: Sie soll im Stadion einen Ehrenplatz erhalten. Die Rollenverständnisse geraten an diesem kleinen Festakt etwas durcheinander.

Der fünfköpfige Gemeinderat, der eben noch ernste Traktanden an seiner Wochensitzung gewälzt hat, verwandelt sich nun in eine Schar aufgekratzter Fans, die von den Fussballstars Autogramme für sich oder die Angehörigen erheischen. Unter den Gästen des kleinen Empfangs sind auch drei Achtklässler, die in der «Bund»-Reaktion einen Schnuppertag verbringen. Beim Anblick von Kapitän Steve von Bergen, Starspieler Guillaume Hoarau und Co. bekommen die beiden Schülerinnen und der Schüler beinahe weiche Knie.

Wie nett die Fussballer sind: Sie schreiben Widmungen, lassen sich fotografieren und filmen. «Das glaubt mir keiner», seufzt eines der Mädchen. Der Journalismus als - zuweilen krisengeschüttelter - Beruf katapultiert sich für die drei an diesem Tag in eine ganz neue Dimension: quasi in die Champions League. Als Clou gibts ein Gruppenbild, und der sonst eher zurückhaltende Stapi bringt die ganze Menge dazu, begeistert die Hände in die Luft zu werfen und zu jubeln. Fussball kann Wunder vollbringen. (Der Bund)

Erstellt: 05.09.2018, 16:32 Uhr

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