Blau kostümierte Fans läuten Berner Fasnacht ein

Für das Spiel YB gegen FC Everton am Donnerstag im Stade de Suisse reisen rund 4000 Fans aus England an. Am gleichen Abend findet auch der Auftakt zur Fasnacht statt. Ein Problem? Nein, findet die Polizei.

Blick in die Zukunft: Am Donnerstag treffen die Everton-Fans in Bern ein – just zum Fasnachtsbeginn.

Blick in die Zukunft: Am Donnerstag treffen die Everton-Fans in Bern ein – just zum Fasnachtsbeginn.

(Bild: Keystone)

Simon Wälti

Am Donnerstag erfolgt nicht nur der Auftakt zur Berner Fasnacht, sondern auch das Europa-League-Spiel zwischen YB und Everton. Rund 4000 Fans aus England werden erwartet, wie YB-Mediensprecher Albert Staudenmann auf Anfrage erklärte. «Ein solch grosses Fanaufkommen ist immer eine Herausforderung, auch wenn unsere Organisation viel Erfahrung mit internationalen Spielen hat.» Man stehe in dauerndem Austausch mit den Verantwortlichen des FC Everton.

Der Sektor, der für die Everton-Supporter reserviert ist, bietet Platz für 8000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Es handelt sich um den Gästesektor, erweitert um den Sektor B hinter dem Tor auf der Seite Sempachstrasse. So bleiben die Fangruppen voneinander getrennt. «Die Sicherheit geht vor», sagt Staudenmann. Das Stade de Suisse werde voraussichtlich nicht ausverkauft sein. «Wir hoffen auf rund 25'000 Zuschauer», sagt Staudenmann.

Die Anreise der Everton-Fans erfolgt mit Flugzeug, Car, Zug und Privatautos. Wie viele jeweils mit welchen Fortbewegungsmitteln nach Bern reisen werden, ist nicht bekannt. Die Kantonspolizei Bern hat die Everton-Supporter im Vorfeld mit einer «Fan-Info» auf die Rahmenbedingungen hingewiesen. Demnach hat die Anreise mit Cars und Kleinbussen direkt zum Stadion zu erfolgen. «Wir haben auch darauf hingewiesen, dass Fanmärsche grundsätzlich nicht gestattet sind», sagt Polizeisprecher Christoph Gnägi.

Es ist zu erwarten, dass ein Teil der Fans schon am Nachmittag anreisen und die Innenstadt in Beschlag nehmen wird. Als Besammlungsort hat die Polizei den unteren Waisenhausplatz vorgesehen. Wie viele blau gekleidete Fans dort aufkreuzen werden, ist offen. Von dort aus sollen sich die Fans mit der Buslinie 20 oder zu Fuss zum Stadion begeben. Falls die Auflagen nicht eingehalten werden, kann die Polizei auch kurzfristig «zusätzliche Verschärfungen» verfügen, wie es in der «Fan-Info» heisst, die auf Englisch übersetzt wurde.

Nur ein Bruchteil der Fans an der Fasnacht

Da das Spiel um 19 Uhr angepfiffen wird und die Bärenbefreiung mit anschliessender Ychüblete auf 20 Uhr angesetzt ist, geht die Polizei davon aus, dass die beiden Anlässe «räumlich und zeitlich» aneinander vorbeigehen. Die Partie endet um circa 20.45 Uhr, danach rechnet die Polizei mit «einem erhöhten Personenaufkommen an der Fasnacht», wie Polizeisprecher Gnägi erklärt. Ein grosser Teil der Fans werde aber nach dem Spiel vermutlich direkt vom Stadion aus abreisen.

Auch in der Stadtregierung und bei den Verantwortlichen der Berner Fasnacht stützt man sich auf dieses Szenario. «Ich sehe keine grosse Problematik zwischen Fussballfans und den Fasnächtlern», sagt Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP), der auf «ein friedliches und spannendes Sportfest» hofft. «Ich erwarte auch, dass die Polizei mit dem nötigen Aufgebot präsent sein wird.» Der Gemeinderat werde sich weiter über die Sicherheitslage informieren lassen.

Daniel Graf, Präsident des Vereins Bärner Fasnacht, freut sich auf die bevorstehende Bärenbefreiung, die Guggenmusik und die Schnitzelbänke. «Die Polizei konnte uns versichern, dass der Everton-Match uns nicht tangieren wird.» Es werde wohl nur «ein kleiner Bruchteil der Fans» nach 21 Uhr in die Innenstadt zurückkommen. Auch wenn es bei den englischen Fans bezüglich der Rückreise noch einige Fragezeichen gibt, so ist zumindest die Sache bei der Mannschaft des FC Everton klar. Das Flugzeug soll um 22 Uhr vom Flughafen Bern-Belp abheben. Für Massage und Dusche bleibt also nur wenig Zeit zur Verfügung. Für einen Fasnachtsbesuch reicht es definitiv nicht.

Graf und die Fasnächtler sind im Übrigen bereit für die «fünfte Jahreszeit», die drei Tage dauert. In diesem Jahr sind nicht nur Jubel, Trubel und Heiterkeit angesagt, sondern auch Massnahmen gegen das wilde Urinieren. Gegen 80 Toiletten und Pissoirs werden in Berns Gassen aufgestellt. Auch die Obrigkeit will das Ärgernis unterbinden. Die Polizei werde strenger kontrollieren und Bussen in der Höhe von 90 Franken verteilen, sagt Fasnachtspräsident Daniel Graf.

DerBund.ch/Newsnet

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