Berner Veloverleih kann anrollen

Das Bundesgericht hat eine Beschwerde gegen das Stadtberner Veloverleihsystem von Publibike abgelehnt. Es soll vor den Sommerferien starten.

Die PubliBike AG hat den Zuschlag für den Verleih erhalten.

Die PubliBike AG hat den Zuschlag für den Verleih erhalten. Bild: Valérie Chételat

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Der Markt für städtische Veloverleihsysteme ist hart umkämpft. Bis vor Bundesgericht hat der unterlegene Bewerber Intermobility SA den Entscheid der Stadt Bern angefochten, den Auftrag für ein Veloverleihsystem an die Postauto-Tochter Publibike zu vergeben. Ohne Erfolg. Das höchste Gericht wies die Beschwerde ab, wie es gestern mitteilte. Damit ist der Weg frei für ein öffentliches Veloverleihsystem in Bern, das im Vollausbau das grösste der Schweiz sein wird.

Allerdings wird das Veloverleihsystem nicht schon im Mai starten, wie ursprünglich angekündigt. «Wir brauchen ein paar Wochen länger», sagt auf Anfrage der städtische Verkehrsplaner Karl Vogel. Das Ziel sei ein Start «vor den Sommerferien», die am 7. Juli beginnen. Der Grund: «Es sind einige Einsprachen gegen die Standplätze hängig.» Vogel zeigt sich zuversichtlich, dass sich diese zügig bereinigen lassen.

Der Verleih werde mit 60 bis 70 Verleihstationen und 700 Leihvelos starten, sagt Publibike-Geschäftsführer Bruno Rohner. Bis im Herbst sollen es 100 Stationen mit 1200 Velos sein. Im Vollausbau dann doppelt so viele. Die Hälfte der Leihvelos sind jeweils E-Bikes. Die Leitidee ist, dass ungefähr alle 300 bis 400 Meter in Bern eine Leihstation vorhanden ist.

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Privater Konkurrent im Rennen

Was für ein Veloverleihsystem in Bern installiert wird, kann man in Zürich bereits besichtigen. Dort hat Publibike sein Verleihsystem letztes Wochenende eingeweiht. Ebenfalls in Zürich kämpfen schon seit längerem internationale, oft chinesische Anbieter mit sogenannten Free-Floating-Systemen hart um Marktanteile. Bei diesen verfügen die Leihvelos über keine festen Stationen. Sie werden irgendwo abgestellt und können dann per Handy-App gefunden und ausgeliehen werden.

Auch in Bern hat ein Anbieter bei der Stadt ein Gesuch für ein Free-Floating-System gestellt, wie Vogel auf Anfrage sagt. Den Namen der Firma könne er nicht nennen, «es handelt sich aber nicht um einen chinesischen Anbieter». Also vielleicht die Firma Limebike mit Sitz in den USA? Firmensprecher Roman Balzan will dies weder dementieren noch bestätigen. «Momentan kann ich dazu nichts sagen.»

In Zürich hatte der chinesische Anbieter O-Bike handstreichartig über Nacht Hunderte von Leihvelos installiert, was die Behörden irritierte. Auch bei vielen Zürchern kamen die vielen neuen Velos nicht nur gut an, Vandalismus war verbreitet. In Bern forderten hingegen Bürgerliche, dass auch private Anbieter zugelassen werden. Die Stadt hat einen Mittelweg gewählt: Sie stellt Bedingungen für private Veloverleihanbieter.

So müssen sie etwa den Datenschutz der Nutzer garantieren, die Leihvelos warten und bezüglich Parkierung Auflagen erfüllen. Letzten Herbst führte die Stadtberner Verkehrsdirektorin Ursula Wyss (SP) mit fünf Anbietern Gespräche über einen Markteintritt. Nur einer hat nun bis Ablauf der Frist am Montag ein Bewilligungsgesuch gestellt.

Die Direktion von Wyss prüfe nun, ob der Anbieter die Bedingungen der Stadt erfülle, sagt Vogel. «Wenn dies der Fall sein sollte, kann die Direktion in den nächsten Wochen dem Gemeinderat eine Bewilligung für das Free-Floating-System beantragen.» Es sei durchaus möglich, so Vogel, dass das Konkurrenzsystem gleichzeitig mit dem öffentlichen Veloverleih von Publibike starten könne.

Kampf der Systeme

Es entstünde dann also auch in Bern ein Konkurrenzkampf zwischen den unterschiedlichen Veloverleih-Systemen, wenn auch wohl in geregelteren Bahnen als in Zürich.

Ein nicht unerheblicher Faktor dürfte sein, welche Grossbetriebe sich beteiligen. So bieten die Stadt Bern und der Verlag Tamedia, der auch den «Bund» herausgibt, ihren Angestellten Gratis-Abos für das Publibike-System an. Im Wesentlichen werden aber die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Systeme den Ausschlag geben.

Die Free-Floating-Systeme sind flexibler. Aber bisher zumindest – das Angebot des privaten Anbieters in Bern ist ja noch nicht bekannt – setzen sie auf billige Velos. Der öffentlich konzessionierte Verleih von Publibike wurde in langer Vorbereitung entwickelt. Versprochen wird hohe Qualität der Leihvelos und im Service. (Der Bund)

Erstellt: 10.04.2018, 12:00 Uhr

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