Berner Stadtrat genehmigt Millionen-Kredit für den «Bueber»

Das «Bueberseeli» im Berner Freibad Marzili soll saniert und für Aare-Schwimmer und «Böötler» leichter zugänglich gemacht werden.

Das «Bueberseeli» im Marzili benötigt eine Aufhübschung.

Das «Bueberseeli» im Marzili benötigt eine Aufhübschung.

(Bild: Valérie Chételat)

«Im ‹Bueber› sollen Badegäste verweilen, sonnenbaden und im Sommer das Leben geniessen können», sagte Ingrid Kissling-Näf (SP) im Hinblick auf die Zukunft des Flussbades. Dafür hat der Berner Stadtrat einstimmig einen Kredit in der Höhe von 5,82 Millionen Franken genehmigt. Das Berner Stadtparlament war sich von links bis rechts einig, dass dringend Handlungsbedarf besteht und der «Bueber» schnellstmöglich aufgewertet werden soll.

Mit der Sanierung wird die Steganlage mit der hölzernen Abschlusswand komplett ersetzt. Damit Schwimmerinnen und Schwimmer direkt von der Aare in den «Bueber» gelangen können, wird eine direkte Verbindung durch einen Flusszulauf errichtet. Auch für Aare-«Bötler» soll der Ausstieg erleichtert werden.

«Der Aarezufluss kann einen Beitrag dazu leisten, dass der 'Bueber' künftig ein attraktiver Teil des Marzilis wird», sagte Stadtpräsident Alec von Graffenried. Ein grosser Vorteil ist für den Gemeinderat auch, dass der Ausstieg stark vereinfacht wird. Schwimmerinnen und Schwimmer sollen die Aare neu im ruhigen Bereich des «Buebers» über eine breite Treppe verlassen können. Die Bauzeit für das Projekt beträgt etwa sechs Monate und soll Ende 2018 starten.

Freude und Unmut über Biberfamilie

Während der Bauzeit wird die im «Bueber» lebende Biberfamilie ausquartiert. Ob die Tiere anschliessend wieder zurückkehren, ist noch offen. Die zuständige Kommission hofft, dass der Biber seinen Wohnsitz verlassen wird. «Die Biber verursachen beträchtliche Schäden an den Bäumen», sagte Patrik Wyss (GFL) im Namen der Kommission. Zudem sei das Marzili für den Biber nur ein zweiter oder dritter Wohnsitz. Katharina Gallizzi (GB) hingegen ist überzeugt, dass die Biber Schutz brauchen. Man könne schlecht verlangen, dass Wildtiere in der Schweiz heimisch werden sollen, sie aber bei jeder Gelegenheit vertreiben, sagte die Stadträtin.

Der Gemeinderat nahm nicht klar Stellung zu einer Biber-Rückkehr. Alec von Graffenried erklärte jedoch: «Der Biber lässt sich nicht vorschreiben, wo er wohnen soll - leider auch nicht vom Berner Gemeinderat.»

Im «Bueberseeli» - im Volksmund schlicht «Bueber» genannt - flossen früher der alte und der neue Aarelauf zusammen. Die morschen Stege rund um die Wasserfläche mussten im Frühling 2015 aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Die Stadt Bern plant, das gesamte Freibad Marzili in den nächsten Jahren umfassend zu sanieren.

net/sda

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