Bernaqua öffnet am Mittwoch wieder seine Tore

Mehr als dreizehn Monate nach dem Deckeneinsturz ist die Decke in der Badehalle komplett ersetzt und das Erlebnisbad in Berns Westen bereit für die Wiedereröffnung.

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Massiver, stärker, stabiler – so charakterisierte gestern Anton Gäumann, Geschäftsführer der Neuen Brünnen AG die einzelnen Teilstücke der neue Deckenkonstruktion der Badehalle des Erlebnisbades Bernaqua im Berner Westside. Auf einem Rundgang präsentierte er Medienvertretern das Ergebnis der Sanierungsarbeiten und das für die Wiedereröffnung von morgen frisch gemachte Bad.

Kleinere Deckenelemente

Auch wenn die Unterschiede auf den ersten Blick kaum erkennbar sind: Die Decke in strahlendem Weiss sei «komplett neu konstruiert», sagte Gäumann. Angefangen bei der Grösse der Deckenelemente, deren Anordnung bis hin zur Sicherung der Platten wurden weitreichende Änderungen vorgenommen. Massen die alten Deckenelemente rund 300 Quadratmeter, so seien die jetzt montierten um einiges kleiner, führte Gäumann aus. «Die Deckenteile sind nun je höchstens 50 Quadratmeter gross.» Entsprechend mehr Elemente waren nötig, um die gesamte Deckenfläche in der Badehalle zu verkleiden. Waren vorher nur 5 Gipsverbund-Kunststoff-Platten angebracht, so sind es heute deren 25.

Die einzelnen Deckenelemente sind aber nicht nur kleiner als vorher, sie sind auch durch eine Trennfuge von 20 Millimeter Breite voneinander getrennt. Vorher waren alle Elemente aneinander anliegend. Die Trennfugen laufen zwar der ursprünglichen Idee von Architekt Daniel Libeskind entgegen, dass die Decke «aus einem Guss», sprich als plane Fläche erscheint. Gäumann versichert aber, die Fugen verliefen «im Libeskind-Raster» und seien mit dem Stararchitekten abgesprochen. Viel wichtiger erscheint jedoch der Sicherheitsaspekt, der von der Fuge ausgeht: «Aufgrund der Trennfugen ist eine Kettenreaktion nicht mehr möglich.»

Decke «weit über den Normen»

Drei unabhängige Ingenieure hätten den Einbau der neuen Konstruktion Schritt für Schritt begutachtet und bestätigt, dass die Decke punkto Sicherheitsanforderungen «weit über den Normen» liege, sagte Gäumann. So habe man etwa mehr und vor allem stärkere Hänger zur Fixierung der Platten an den Zwischenverstrebungen eingebaut. Besonders auch in den Eckbereichen sei auf eine genügende Absicherung der Platten geachtet worden.

Zur Erinnerung: Gemäss eines Zwischenberichts der Empa vom Oktober 2011 ist der Deckeneinsturz im Bernaqua in erster Linie «auf eine fehlerhafte Aufhängung der Unterdecke beim garderobenseitigen Eckbereich zurückzuführen». Dadurch war die Belastung auf den zur Ecke nächstgelegenen Hänger rund fünfmal grösser als die vom Hersteller empfohlene Nennlast – woraufhin dieser laut Empa versagte. In der folgenden Kettenreaktion gaben sämtliche Hänger nach – ein rund 100 Quadratmeter grosses Deckenteilstück fiel bei laufendem Badebetrieb aus rund 15 Metern Höhe in die Tiefe. Zwei Personen wurde beim Vorfall verletzt.

«Angebot wurde vermisst»

Nachdem das Bad nun mehr als 13 Monate geschlossen war, ist die Betreiberin laut Gäumann nun parat, morgen die Tore für die Badegäste wieder zu öffnen. Während der Betriebsschliessung sei die Zeit abgesehen vom Deckeneinbau für periodische Revisionsarbeiten genutzt worden. Ferner haben die Verantwortlichen den Kinderbereich mit neuen Spielgeräten eingerichtet. Auch wurde zwischen Bistro- und Kinderspielbereich eine neue Toilettenanlage eingebaut.

Eine Voraussage, wie viele Gäste über die Pfingsttage den Weg ins Bernaqua finden werden, mochte Gäumann gestern nicht abgeben. «Eine Prognose ist schwierig. Wir haben aber festgestellt, dass das Angebot vermisst wurde.» Da das Angebot aber über ein Jahr «nicht mehr auf dem Markt» gewesen sei, müsse es bei den Gästen erst wieder bekannt gemacht werden. (Der Bund)

Erstellt: 22.05.2012, 06:39 Uhr

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