Bernaqua: Frage nach Schuld und Sühne beschäftigt weiter

Die Frage, wer für den Deckeneinsturz vom 12. April 2011 die Verantwortung trägt, ist noch nicht abschliessend geklärt.

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•Unmittelbar nach dem Deckeneinsturz im Bernaqua eröffnete die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland zur Abklärung der Unfallursache und allfälliger Verantwortlichkeiten eine Untersuchung gegen unbekannte Täterschaft wegen Verdachts der Gefährdung durch fahrlässige Verletzung der Regeln der Baukunst. Die Staatsanwaltschaft beauftragte ein Expertenteam der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa mit der Untersuchung des Schadenplatzes und der Deckenelemente. In einem 136-seitigen Bericht legte die Empa im Oktober 2011 einen ersten Zwischenbericht vor. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, wer für die in der Expertise geltend gemachten Mängel verantwortlich ist. Der Abschlussbericht steht noch aus.

•Parallel zur strafrechtlichen Untersuchung liegen die Betreiberin von Bernaqua – die Neue Brünnen AG – und die Totalunternehmung, die Arge TU Westside bestehend aus der Rhomberg AG und der Strabag AG, in einem zivilrechtlichen Streit. Die Totalunternehmung hat im August 2011 beim Handelsgericht Bern eine vorsorgliche Beweisaufnahme verlangt – im Sinne einer Zweitmeinung zur Klärung der Schadensursache. Da sich Betreiberin und Totalunternehmung erst nicht einigen konnten, ob die Decke komplett ersetzt werden soll oder nicht, konnte der Einbau der neuen Decke erst Anfang Februar 2012 erfolgen. Die alten Deckenelemente wurden demontiert, beschriftet und zur weiteren Beweissicherung an die ETH Zürich überstellt. Der Abschlussbericht der ETH ist ebenfalls noch ausstehend.

•Des weiteren klagt die Totalunternehmung die Betreiberin vor Handelsgericht auf einen höheren zweistelligen Millionenbetrag ein. Der Grund: Die Totalunternehmung habe beim Bau Zusatzarbeiten verrichtet, die so nie abgegolten worden seien. Die Neue Brünnen AG ihrerseits bereitet derzeit laut Anton Gäumann ihre Klageantwort zuhanden des Gerichts vor. Bis Ende Juni will sie diese einreichen.

Noch unklar ist, wie hoch allfällige Schadenersatzforderungen der Neuen Brünnen AG ausfallen werden. Da die Untersuchungen zu Unfallursache und Verantwortlichkeiten noch nicht abgeschlossen sind, hat die Betreiberin noch keine entsprechenden Forderungen gestellt.

Der Bund

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