Bald nur noch eine Kirchgemeinde?

Die reformierte Kirche in der Stadt Bern befindet sich im Wandel. Gespräche zu möglichen Fusionen wurden aufgenommen.

In der Stadt Bern könnte es künftig nur noch eine reformierte Kirchgemeinde geben.

In der Stadt Bern könnte es künftig nur noch eine reformierte Kirchgemeinde geben.

(Bild: Manu Friederich)

Dölf Barben@DoelfBarben

Die Reformierten der Stadt Bern befinden sich in einem radikalen Reformprozess. Vor einem Jahr haben alle zwölf Kirchgemeinden beschlossen, Fusionsverhandlungen aufzunehmen. Jüngst wurde eine zweite Vernehmlassung abgeschlossen. Wie die Gesamtkirchgemeinde mitteilte, sollen die Verhandlungen nun im August beginnen. Dauern werden sie voraussichtlich bis Ende Jahr. Eine stadtweite Urnenabstimmung zur Fusion und die Entscheide in jeder einzelnen Kirchgemeinde folgen 2019.

Hans von Rütte, Präsident des Steuerungsgremiums Projekt Kirchgemeinde Bern, sagt, in einem zentralen Punkt herrsche bereits «ziemlicher Konsens». Im Vordergrund stehe eine einzige Kirchgemeinde mit fünf Kreisen und einem besonderen Status für die französischsprachige Gemeinde. Die vorgesehenen Kreise orientierten sich an den Stadtteilgrenzen. Zusammengenommen würden somit die Kirchgemeinden Bümpliz und Bethlehem (Bern-West), Paulus und Matthäus (Länggasse-Felsenau), Johannes und Markus (Breitenrain-Lorraine), Münster, Nydegg und Petrus (Kirchenfeld-Schosshalde) sowie Heiliggeist und Frieden (Mattenhof-Weissenbühl).

Von Rütte stellt sich fürs Münster grundsätzlich die gleiche Lösung vor, wie sie von Marlise Hubschmid von der Münstergemeinde skizziert wird. Es entstünde somit in der Stadt Bern eine einzige grosse Kirchgemeinde mit einer «Hauptkirche». Es wäre eine Kirche, an der kein Quartier dranhängt. «Für Reformierte wäre das etwas Neues», sagt er. Das hiesse auch, dass die dort tätigen Pfarrpersonen von anderen Aufgaben wie Seelsorge oder Abdankungen weitgehend entbunden würden. Stattdessen wären sie dafür verantwortlich, das Münster zu profilieren. Wichtig wäre vor allem, sagt von Rütte, dass Berns Reformierte sich am Ende tatsächlich als Mitglieder der neuen, grossen Stadt-Kirchgemeinde verstünden – einer Kirchgemeinde mit einer Hauptkirche und weiteren Kirchen, «wo überall viel läuft».

Die Reform der kirchlichen Strukturen in der Stadt Bern ist dringend. Der Hauptgrund sind sinkende Mitgliederzahlen und Steuereinnahmen. Bliebe alles beim Alten, ginge den Reformierten über kurz oder lang das Geld aus – vor allem wegen der hohen Liegenschaftskosten. Mit grossen Kirchenkreisen wird es einfacher sein, auf zu wenig genutzte Liegenschaften zu verzichten und damit Kosten einzusparen.

Der Bund

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