Bald Drahtlos-Internet für alle?

Berns öffentlicher Raum ist nur lückenhaft mit frei zugänglichem Drahtlos-Internet erschlossen. Dies soll sich bald ändern – das letzte Wort hat aber die Stadt.

In Zukunft wird man wohl nahezu überall in Bern aufs WLAN zugreifen können.

In Zukunft wird man wohl nahezu überall in Bern aufs WLAN zugreifen können.

(Bild: Adrian Moser)

Wer sich ab den Mutzen im Bärenpark nur langweilt, für den besteht Hoffnung: Schon bald kann man vor und auf dem Park-Areal Emails gratis lesen – oder sich anderweitig im Internet zerstreuen. Voraussetzung ist einzig ein WLAN-taugliches Gerät.

Frei zugängliches Drahtlos-Internet soll in der Stadt Bern massiv ausgedehnt werden. 2011 hat die Stadt dem Unternehmen TheNet zu diesem Zweck eine Sonderkonzession erteilt. Sie soll es TheNet ermöglichen, im öffentlichen Raum ein WLAN-Netzwerk bereitzustellen.

Abdeckung der gesamten Stadt als Ziel

Ein WLAN ist ein lokales Funknetzwerk, das den drahtlosen Zugriff aufs Internet erlaubt – in privaten Haushalten heutzutage eine Selbstverständlichkeit. Der öffentliche Raum hingegen ist in der Stadt Bern nur lückenhaft erschlossen. Zwar gibt es auch in Bern seit geraumer Zeit frei zugängliche Drahtlos-Netzwerke. Doch diese bleiben örtlich begrenzt. TheNet bietet derzeit mehrere Zugriffspunkte an – Hotspots befinden sich etwa am Bahnhof, am Bärenplatz, beim Kursaal oder in der Länggasse.

Das Unternehmen will das Angebot nun massiv ausbauen. Mit der Sonderkonzession, die der Gemeinderat 2011 unterzeichnet hat, hat TheNet die offizielle Genehmigung für dieses Projekt in der Tasche. James Romaguera, Geschäftsführer des Unternehmens sagt gegenüber DerBund.ch/Newsnet, sein Ziel sei eine Abdeckung der gesamten Stadt: «Bis in drei Jahren wollen wir einen Grossteil Berns erschlossen haben.» Vorerst konzentriere man sich auf die Innenstadt.

Das letzte Wort hat die Stadt

Schon jetzt kann man mit dem Standardzugang für unbeschränkte Zeit aufs Netz von TheNet zugreifen. Allerdings muss man sich nach einer halben Stunde neu einloggen. Er könne sich vorstellen, die Gratissitzungen zu verlängern, sagt Romaguera. Die volle Leistung kriegt ohnehin nur, wer für einen Premiumzugang zu zahlen bereit ist. Damit verdient TheNet Geld. «Sich im Internet Filme anzuschauen, ist mit dem Standardzugang schwierig», räumt Romaguera ein.

Die Konzession der Stadt erleichtere den Ausbau deutlich, bestätigt Romaguera: «Wir müssen nun nur noch mit einer Partei verhandeln – mit der Stadt.» Wann und wo TheNet die Hotspots aufbauen soll, schreibt die Konzession nicht fest. Sie verpflichtet das Unternehmen aber, Internetsitzungen von mindestens 30 Minuten gratis anzubieten – dies in einer bestimmten Datengeschwindigkeit. Zudem muss TheNet die Stadt über jeden Ausbau der Infrastruktur informieren. Dazu gehören etwa Sender mit kleinen Antennen, Netzwerkgeräte sowie Datenzentren. Das letzte Wort hat nach wie vor die Stadt.

Kein Wildwuchs der Hotspots

Jurist Christian Kissling vom städtischen Tiefbauamt sagt, die Stadt Bern sei grundsätzlich interessiert daran, «dass Drahtlosinternet flächendeckend angeboten wird». Stadtbewohner und Touristen würden davon profitieren. «Wir wollen aber ganz genau wissen, was im öffentlichen Strassenraum gemacht wird», betont Kissling. Im Bärenpark solle nicht plötzlich an jeder Ecke ein Kasten hängen – «womöglich noch mit dem Firmenlogo dran». Gerade in Punkto Denkmalschutz wolle man mitreden können.

TheNet wird von der Konzession nicht alleine profitieren können. Das Unternehmen muss Drittanbietern Zugang zur Infrastruktur gewähren – dies zu Preisen, die lediglich den Aufwand für die Infrastruktur abdecken. Damit wolle man «Wildwuchs» bei den Netzwerken verhindern, erläutert Kissling.

Auch Romaguera gibt an, die Infrastruktur so bescheiden wie möglich halten zu wollen: «Lieber fünf Zugriffspunkte weniger als mehr.» Für eine Gesamtabdeckung der Stadt bräuchte es dennoch rund 1000 solcher Hotspots, wie Romaguera schätzt.

DerBund.ch/Newsnet

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