Aufgetischt: Gerne verpasst man den inexistenten Zug

In der Stadt Bern herrscht ein Brunch-Boom. Das «Aufgetischt»-Team hat den Trend im Wartsaal-Kaffee unter die Lupe genommen.

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Die Brunchkultur boomt in der Stadt Bern, Berner Beizen frohlocken über ausgebuchte Speisesäle am Sonntag. Höchste Zeit also, dass sich auch das «Aufgetischt»-Team der Sache annimmt. Im Wartsaal in der Lorraine am Samstagvormittag können der Testesser und seine Begleitung nur mit Glück einen freien Tisch ergattern - die Beliebtheit des Brunch, dieser Mischung aus Frühstuck (Breakfast) und Mittagessen (Lunch), ist offensichtlich beträchtlich.

Zur Auswahl stehen drei Brunch-Menus mit Namen, die zum Thema Wartsaal passen: das «Im Stress» (ein Gebäck, ein Stück Brot mit Konfitüre und Butter sowie ein Getränk, Fr. 8.-) für jene, die es noch auf den Zug schaffen wollen, das «Zug verpasst» (Fr. 15.-) für jene, die auf den nächsten warten und zu guter Letzt «Kein Termin», eine Kombo aus den beiden vorangehenden Menus für Fr. 20.- für all jene, die den Zügen lieber zusehen, als in sie einsteigen. Übrigens: Einen Bahnhof gibt es im Quartier schon sehr lange nicht mehr. Der Name ist reine Fantasie.

Zwischen süss und salzig

Der Kellner empfiehlt auf Anfrage das «Zug verpasst»: Dieses komme in einer süssen und in einer salzigen Variante daher - ideal, wenn man zu zweit sei. Gut, das soll es sein! Dazu wird eine Portion Rühreier mit Speck (Fr. 6.-) bestellt. Der Brunch kommt schliesslich auf zwei Holzplatten: Käse, Erdbeerkonfitüre und Trockenfleisch auf der einen, Müsli mit Joghurt und Apfelschnitzen auf der anderen. Dazwischen «gluschten» ein Körbchen mit Gipfeli und Brot sowie ein Pfännchen dampfend heisser Eier und Speck.

Tatsächlich erweist sich die Mischung aus süss und salzig als ideal. Wer genug hat vom «rässen» Hartkäse (vermutlich ein Greyerzer, die Bedienung weiss es leider nicht genau), taucht den Löffel einfach ins Müsli. Die Flocken bleiben auch nach rund 20 Minuten im Joghurt schön knackig. «Also, eigentlich wollten wir diese Sorte ja ersetzen», meint der Kellner dazu. Man darf hoffen, dass diese Entscheidung revidiert wird. Den Rühreiern wiederum gibt eine Handvoll Schnittlauch das gewisse Etwas. Die Begleitung moniert, der Speck dürfte etwas krosser gebraten sein.

Unter diesen Umständen verpasst man gerne einmal den Zug. Angesichts der Beliebtheit des Wartsaals wird eine Platzreservation aber trotzdem dringend empfohlen.

Der Bund

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