«Aufgetischt»: Essen im Swimmingpool

R.O.M.I. - Ein Name so speziell, wie der Take-away selbst.

R.O.M.I.: Das steht für «Republic Of Mediterranean Ingredients».

R.O.M.I.: Das steht für «Republic Of Mediterranean Ingredients».

(Bild: zvg)

Das R.O.M.I. könnte das perfekte Take-away-Lokal in einem Badeort sein oder auch direkt am Pool Essen servieren. R.O.M.I. steht für Republic of Mediterranean Ingredients; das Lokal befindet sich im Berner Mattenhofquartier. Auch wenn die Sonne heute fast nicht gegen den garstigen Wind ankommt, fühlt sich im R.O.M.I. vieles an, als befände man sich in einem angenehm warmen Pool. Bis auf Brusthöhe ist alles in ein knalliges Hellblau getaucht, weisse Plättchen säumen die Vitrine mit den Angeboten und jede Menge Pflanzen ergänzen den mediterranen Eindruck, der durch den Falafel-Geruch erzeugt wird.

Das ergibt Sinn, denn schliesslich befinden wir uns in einer Republik, die sogar über eine «allgemeine Erklärung der Zutatenrechte» verfügt. Diese bringt einem das Konzept des Pita-Take-aways mit einem Schuss Witz rüber: «Artikel 1: Alle Zutaten werden frei und ungleich geboren. Schlechten Zutaten steht es frei, die Republik zu verlassen.» Oder: «Artikel 8: Jedem Gast, der sich abschätzig über Vegetarier äussert, wird das Fleisch entzogen.» Dasselbe Konzeptlokal gibt es schon länger in Zürich. Und wie es sich für eine Kette gehört, hat sie auch einen schmissigen Slogan: «Frischer, Besser, Mittelmehr!» In seiner Steigerung erinnert er zwar an «Bigger, Better, Burgerking», verspricht aber ein besseres Rezept für Take-away und noch etwas sprachliche Kreativität.

Die Temperaturen, nicht das Interieur, lenken von den besten Glacen ab: Gasparini im schön zweifarbigen Retrolook am Holzstängel. Die Testesserin entdeckt, dass es sogar Pepita-Sorbet gibt – das liefert das Stichwort zur ersten Bestellung: Galvanina-Pompelmo, ein Bio-Sprudelgetränk (Fr. 5.50). Der sehr authentisch wirkende, etwas bittere und mit leichtem Sprudeln durchsetzte Grapefruitgeschmack ist sehr präsent, aber auch nicht allzu süss. Das Getränk erfrischt, und man kann dazu in Ruhe am Computer arbeiten, denn vor der Mittagszeit ist es ruhig im R.O.M.I. Die Frühstücker, denen von Gipfeli über Smoothie bis hin zu Müsli viel zu guten Preisen geboten wird, sind schon lange gegangen, und die Mittagswelle lässt noch auf sich warten.

Sobald die Begleitung gekommen ist, wird ausgewählt und die Bedienung bringt in grosser Menge das mehrteilige Menü (Fr. 23.50). Wir bestellen einmal ein Pitabrot mit Rindfleisch, gut gefüllt mit einer leicht scharfen Sauce, geschnittenem Rotkohl, Karotten, Zwiebeln, Salat und Tomaten – alternativ wäre es auch als Wrap zu haben. Im Menü inbegriffen ist Salat oder «handgemachte» Pommes frites mitsamt der knusprigen Schale und zwei sehr guten Saucen – einem selbst gemachten Ketchup und einer feinen Joghurtsauce. Dazu gehört noch ein Getränk; wir entscheiden uns für hausgemachten, mit einer markanten Teenote durchzogenen Eistee, der à discrétion genossen werden kann.

Das zweite Mittagsmenü dreht sich um den üppigen Salat Alexandria mit Avocado, Gurke, Tomate, Frühlingszwiebel, viel grünem Salat, etwas Quinoa und markanter Minze. Das Honig-Ingwerdressing gibt auch etwas her. Aus reiner Neugier haben wir dazu noch Linsenkroketten bestellt, eine gute, knusprige Wahl, die in ihrer rötlich gefärbten Einfachheit gut schmeckt. Enttäuschend ist einzig die saisonale Spargelsuppe, auch sie Teil des Salatmenüs. Der Spargelgeschmack geht unter in der Portion, die schmeckt, als hätte man sie mit UHT-Milch gestreckt. Zum Dessert schnappen wir uns den letzten Teil des Menüs: ein Amaretto oder wahlweise einen Kaffee. Dann verlassen wir die blaue Swimmingpoolrepublik.

Weitere Aufgetischt-Folgen auf www.aufgetischt.derbund.ch

Der Bund

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