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Aufgetischt: Es bleibt gleich, und das ist gut so

Der Testesser des «Bund» hat zwar schon ab und zu über das Café Commerce in Bern geschrieben, die Küche hat er aber noch nie kritisiert. Das sei hier nachgeholt.

Noch heute ist das Café du Commerce für viele so etwas wie die gute Stube. Das wollen wir doch schön so beibehalten.

Noch heute ist das Café du Commerce für viele so etwas wie die gute Stube. Das wollen wir doch schön so beibehalten.

(Bild: mdü)

Markus Dütschler

«Habt ihr das Commerce schon abgehandelt?», fragt die beste Begleiterin von allen. «Bestimmt mehrmals», erwidert der Testesser, schaut ins Archiv und zuckt zusammen: Gar nicht wahr! Schon oft wurde über die Altstadtbeiz geschrieben, etwa als die heutigen Wirte 2001 das traditionsreiche Lokal übernahmen – aber nie in einem «Aufgetischt». Höchste Eisenbahn, dies nachzuholen. Als wir anrufen, heisst es, man könne uns nur ein Zweiertischli geben, es sei ausgebucht. So trinken wir unseren «Grünwein», wie Weisswein auf Portugiesisch heisst (Vinho verde), am Tisch mitten in der Gaststube, von der die Begleiterin sagt: «Es ist alles noch wie damals, als ich mit meinen Eltern hier war.» Ohne ihr nahetreten zu wollen: Das ist eine Weile her. Tatsächlich müsste man für einen Retro-Schwarzweiss-Film einzig die digitale Registrierkasse wegräumen, dann wäre alles perfekt – samt Reklame für Rössli-Stumpen und dem dominierenden Aquarium.

Der Bund

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