Aufgetischt: Ein Hamburger für 100 Franken

Aufgetischt

Ein Besuch im neuen Restaurant Indiana am Bollwerk, wo es Tex-Mex und Monsterburger zu essen gibt.

Tex-Mex-Lokal Nummer vier im Umkreis von 300 Metern: Restaurant Indiana.

Tex-Mex-Lokal Nummer vier im Umkreis von 300 Metern: Restaurant Indiana.

(Bild: Gianna Blum)

Adrian Sulc@adriansulc

Ja, diese Mexikaner. Nicht die Menschen, sondern die Restaurants. In der Berner Innenstadt gibt es im Umkreis von 300 Meter mittlerweile vier Tex-Mex-Lokale mit bunten Speisekarten – Nachos, Fajitas, Hamburger, Corona-Bier, Caipirinha – und mit kreativ geschmückten Wänden: Papa Joe’s an der Schauplatzgasse, Desperado am Bubenbergplatz, El Mexicano an der Spitalgasse und nun das Restaurant Indiana an der Ecke Bollwerk/Aarbergergasse.

Wo früher die Pizzeria L’Aragosta ein bescheidenes Dasein fristete, wirtet nun ein junges, multikulturelles Team. Die drei Räume erhielten ein knalliges Interieur, wobei jener mit Fenstern zum Bollwerk hin der hellste und angenehmste ist. Sofort bringt der gewitzte Kellner die Karte. Sie reiht sich, wie gesagt, nahtlos in die Menükarten der Konkurrenten ein – halb texanisch-mexikanisch, halb Fast Food.

Fajitas und Bohnenmousse

Beiden Sparten soll eine Chance gegeben werden, deshalb tischt der Kellner sowohl Fajitas de Pollo auf (Fr. 32.50; «Eine ganz besondere Empfehlung unseres Koches!») wie auch einen Golden Burger (Fr. 24.50 + 2.– für extra Speck). Wie üblich kommen die Zutaten für die Fajitas separat, der Zusammenbau wird dem Gast überlassen. Das gut gewürzte Fleisch und Gemüse brutzeln laut und appetitanregend auf der gusseisernen Platte. Die Basis der Fajitas bilden natürlich die Weizentortillas, dazu gibt es etwas Reis, Eisbergsalat, Bohnenmousse, Cheddar-Käse, Salsa, Guacamole und Sauerrahm.

Auch der Hamburger ist anständig gefüllt und macht flankiert von dicken Pommes frites mit Tartarsauce einen guten Eindruck. Auch wenn die Cocktailsauce aus dem Supermarkt stammt: Das Fleisch ist saftig und schmackhaft. Leider ist der Teller kalt wie ein Wintertag und entzieht dem Burger und den Frites laufend Wärme.

Riesenburger zu haben

Mehr wärme speichern würde wohl der XXXXL-Burger auf der Indiana-Karte. Dieser kostet 100 Franken, ist gross wie eine Pizza, wird umrundet von 2 Kilogramm Pommes frites und serviert auf einem Teller mit den Ausmassen eines Bistrotischs. 1,2 Kilo Fleisch enthalte der Burger, erzählt der Kellner, vier bis fünf Personen sollten vom Riesenhamburger satt werden. Bestellt hat ihn an diesem Abend leider niemand, doch der Kellner zeigt den Gästen auf seinem Smartphone stolz ein Bild des Monsters. Seit der Eröffnung sei der Burger bereits 28 Mal bestellt worden. Und Dutzende weitere Männerrunden, Freundeskreise und Polterabend-Gruppen werden sich wohl noch daran versuchen.

Der Bund

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