23 Wochen Lärm und Dreck in der Marktgasse

Operation an Berns Hauptschlagader: In zwei Wochen fährt der Schienenhobel auf, damit beginnt die Intensivbauphase der Marktgasse-Sanierung. Umsatzeinbussen sollen mit Events und Aktionen aufgefangen werden.

Da werden Erinnerungen wach: Nach der Umbauphase beim Zytglogge 2011 wird die Marktgasse nun erneut zur Baustelle.

Da werden Erinnerungen wach: Nach der Umbauphase beim Zytglogge 2011 wird die Marktgasse nun erneut zur Baustelle.

(Bild: Manu Friederich (Archiv))

Stadtingenieur Hans-Peter Wyss strich es am Montag bei einer Medienorientierung hervor: Bei der Sanierung der Marktgasse wolle man ehrlich kommunizieren und nichts beschönigen. Und in diesem Stile fuhr auch seine neue Chefin, die Tiefbaudirektorin Ursula Wyss (SP), weiter: Die 23-wöchigen Bauarbeiten würden für die Betroffenen eine mühselige Zeit werden, räumte sie ein.

Für die Anwohner würde die Sanierung eine Nervenprobe, weil an sechs Tagen die Woche von frühmorgens bis Mitternacht gearbeitet werde. Für das Gewerbe werde es Schwierigkeiten bei der Anlieferung geben. Aber auch Fussgänger, Velofahrer und Fahrgäste von Bernmobil müssen mit Umstellungen rechnen. Gestern informierten die Behörden über die Intensivbauphase der Marktgasse-Sanierung, die vom 8. April bis zum 15. September dauert. Und sie gaben Antworten auf folgende Fragen:

Was wird saniert?

Bereits am 8. April fährt ein kolossaler Schienenhobel auf, wie er bereits bei der Sanierung des Weichendreiecks beim Zytglogge im Einsatz stand. Zuerst werden Schienen und Pflästerung weggerissen (die Fahrleitungen werden bereits am Samstag zuvor demontiert). Die erste Phase sei jene, welche am meisten Lärm und Dreck verursache, so Stadtingenieur Wyss. «Daher versuchen wir diese möglichst kurz zu halten.» Darauf folgt das eigentliche Kernstück der Bauarbeiten: die Sanierung der Werkleitungen. Vollständig ersetzt werden die Fassungen für elektrische Leitungen, für Mischwasser und den Stadtbach.

Um die Versorgung auch während der Bauarbeiten zu gewährleisten, werden derzeit provisorische Leitungen installiert. Der Stadtbach wird ab 5. April umgeleitet. In einem weiteren Schritt werden neue Gleise gelegt – zuletzt wurden diese vor 18 Jahren ersetzt. Zum Schluss wird die Gasse neu gepflästert und die Fahrleitungen werden montiert. Am 15. September wird der Trambetrieb wieder aufgenommen. Damit sind die Bauarbeiten aber noch nicht abgeschlossen: Bis zum 30. November werden noch Leitungssanierungen in der Waaghausgasse und im Käfiggässchen durchgeführt.

Gibt es Einschränkungen für Velofahrer und Fussgänger?

Für Fussgänger wird es nicht allzu grosse Behinderungen geben – abgesehen davon, dass die Marktgasse nicht mehr so einfach zu überqueren ist. Zwischen Waisenhausplatz und Bärenplatz sowie in der Mitte der Marktgasse sind zwei Passarellen geplant. Velofahrer müssen die Baustelle umfahren (über Amthausgasse oder Nägeligasse).

Was wird fürs Gewerbe gemacht?

«Wir haben viele Gewerbler, die Angst haben», sagte Bern-City-Direktor Sven Gubler am gestrigen Medienanlass. Die Innenstadt-Organisation bemühe sich aber, die Bauarbeiten als Chance zu nutzen. Sie versucht, die Umsatzeinbussen der Läden abzufedern – zum Beispiel mit «Schaustellen». In verschiedenen Geschäften sollen im ersten Stock Aussichtsfenster eingerichtet werden, aus denen das Geschehen beobachtet werden kann. «Das ermöglicht, neue Kunden anzulocken», ist Gubler überzeugt.

Eine Broschüre soll Kunden informieren, wie sie zu den Geschäften gelangen – Kellerlokale sind auch weiterhin zugänglich. Zudem werden Terrakotta-Krieger die Passanten durch die Innenstadt führen. Geplant ist zudem ein Nacht-Shopping am 31. Mai (bis 23.30h) und verschiedene Veranstaltungen.

Der Bund

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