«Müsste man die Mondlandung nicht umtaufen?»

Die Ask-Force sinniert über die Mondlandung. Oder besser: Die Mondung.

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Es sei jüngst in seinem Innersten, schreibt der langjährige Leser K. aus Mont-Tramelan, «eine während fast 50 Jahren vergessene Frage mit grosser Virulenz und Wucht blitzlichtartig wieder aufgeflammt». Die Beantwortung dulde keinen weiteren Aufschub, nähere er sich doch zusehends «jener Altersschwelle, über die manche stolpern, um nie mehr aufzustehen». (Wie alt Leser K. ist, wissen wir nicht. Nach unserem Dafürhalten ist er aber ein Freund poetischer Ausdrucksweise.)

Es geht um die in diesem Jahr mit grossem Pomp gefeierte Mondlandung. Schon 1969 habe er sich gefragt, schreibt K., ob dieses deutsche Wort, so schön und konzis es auch sei, nicht im Grunde genommen falsche Vorstellungen wecke und ein missgebildetes «Mondkalb» sei. «Wie wir alle wissen, landeten die Astronauten der Nasa auf dem Mond, der Mond selber landete aber bis heute nirgendwo (Gottlob). Müsste man nach 50 Jahren die Mondlandung nicht endlich umtaufen? Was schlagen Sie vor?»

Tatsächlich sagte der Astronaut Neil Armstrong «the eagle has landed» und nicht etwa «the moon has landed». So könnte man mit Fug und Recht von einer Adlerlandung sprechen. Dumm nur, dass Greifvögel dort oben nichts zu suchen haben, da es keine Lüfte gibt, in die sich schwingen könnten. Eine hyperkorrekte Form wäre: die Landung auf dem Mond. Wir – eine spontan gebildete Findungskommission innerhalb der Ask-Force – halten das aber für zu schwerfällig. Die Leute werden diese Wendung ablehnen. In der französischen Sprache hat man sich bereits früh Gedanken gemacht und das Wort «alunissage» erfunden. Wie wäre es also mit Mondung? Oder Anmondung? Wir finden, das hätte Charmepotenzial.

Wir hoffen, dass der Mond in seinem käsigen Gesicht keine Ohren hat. Denn würde er die Menschen immer wieder von Mondlandung reden und schreien hören, er käme zuletzt noch auf dumme Gedanken. Wir wollen nichts Unheilvolles heraufbeschwören. Aber wenn der Mond wirklich im Sinn hätte, irgendwo zu landen, so täte er dies aus naheliegenden Gründen auf der Erde, was sich für das Leben auf unserem Planeten aber in höchstem Masse unvorteilhaft auswirken würde. Darum, lieber spät als nie, hinweg mit dem brandgefährlichen Wort Mondlandung. Die Welt feiert dieses Jahr 50 Jahre Mondung!

Der Ultramondänismus der Ask-Force ist sprichwörtlich: askforce@derbund.ch

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