Mit dem Publibike in die Vidmarhallen

In Köniz gibt es seit Freitag 13 Publibike-Stationen. Die Gemeinde ist die erste von vier, die sich dem Berner System anschliesst.

Velos der Firma Publibike. (Symbolbild)

Velos der Firma Publibike. (Symbolbild)

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Naomi Jones

«Ich fahre nur bei schönem Wetter Velo», gesteht die Berner Gemeinderätin Ursula Wyss (SP). Sie ist nach Köniz gekommen, um gemeinsam mit ihrem Könizer Amtskollegen Christian Burren (SVP) und Vertretern von Publibike die neuen Stationen einzuweihen. Als erste von vier Agglomerationsgemeinden schliesst sich Köniz dem Berner Publibike-Netz an. Doch das Wetter lädt nicht zum Velofahren ein.

Seit Freitag stehen in Köniz 13 Publibikestationen, die mit dem städtischen System verbunden sind. Wer nach der Theatervorstellung in den Vidmarhallen den letzten Bus verpasst, kann ohne schlechtes Gewissen ein Publibike nehmen und dieses daheim in Bern an der nächstgelegenen Station abstellen.

Stadt-Land-Graben

Die 13 Velostationen stehen ausschliesslich in den urbanen Gebieten von Köniz. Sie zeichnen gewissermassen den Stadt-Land-Graben innerhalb der Gemeinde nach. Er ist diesmal aber nicht den unterschiedlichen Mentalitäten von Städtern und Landbewohnern geschuldet, sondern der Rentabilität des Systems. Denn das Bedürfnis nach Leihvelos wäre auch in den Dörfern vorhanden, wie Burren sagt. Er sei oft gefragt worden, weshalb es in den ländlichen Teilen der Gemeinde keine Stationen gebe. Doch sei der Aufwand, die Stationen dort zu unterhalten, im Verhältnis zum Nutzen zu gross. «Die Velos müssten dauernd eingesammelt werden.» Sie würden von Einzelnen für den Heimweg benutzt, würden aber zu wenig zirkulieren, nimmt der interimistische Publibike-Chef Tobias Ebinger an.

2020 in Muri

Wie in Bern betreut das Kompetenzzentrum Arbeit die Stationen. Die Mitarbeiter sorgen dafür, dass an jeder Station immer ein paar Räder stehen. Wenn das System fertig ausgebaut ist, werden sie 2000 Velos an gut 200 Stationen betreuen. Derzeit sind 1400 Velos in Bern und Köniz unterwegs. Voraussichtlich im Frühling 2020 werde Muri-Gümligen das System einführen. Ostermundigen und Ittigen dürften bald folgen, so Ebinger.

Köniz erhält die Publibikes zu denselben Konditionen wie die Stadt Bern. Denn die Ausweitung des städtischen Systems in die Agglomeration war von Anfang an vorgesehen und ist vertraglich vereinbart, wie Wyss sagt. «Nun kommt in die Gänge, was sich der Stadtrat seinerzeit vorgestellt hat.» Denn der öffentliche Verkehr, dazu zählt Wyss den Veloverleih, könne nicht an den politischen Grenzen enden.

Bei Publibike ist man zufrieden. Seit dem Start sind die Räder 250'000 Mal gefahren worden. Die Reklamationen seien rückläufig, das Schloss «elefantensicher», sagt Ebinger.

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