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Mehr Mantelnutzung für weniger Durchzug im Stade de Suisse

Büros oder gar Wohnungen? Rund ums Stadion im Berner Wankdorf sollen neue Räume entstehen.

Das Stade de Suisse im Wankdorf hat offene Flanken.
Das Stade de Suisse im Wankdorf hat offene Flanken.
Keystone/Martin Ruetschi

Können sich die Berner Fussballfans dereinst wirklich auf Spiele ohne klamme Finger, dafür mit meisterlicher Akustik freuen? Die Pläne der Eigentümerschaft des Stade de Suisse im Wankdorf lassen die YB-Anhänger hoffen: Diese will die Mantelnutzung des Stadions ausbauen. Damit würden die offenen drei Seiten des Stadions geschlossen, dem Durchzug wäre ein Riegel geschoben. Vor allem aber würden zusätzliche Räume entstehen – auch Wohnungen stehen zur Diskussion. Für das Vorhaben brauchte es wahrscheinlich eine Zonenplanänderung mit einer Volksabstimmung. Rein technisch ist die Idee umsetzbar, das hat eine Analyse bereits ergeben. Das Stadion ist stabil genug, um zusätzliche Einbauten aufnehmen zu können. Dies schrieben die Eigentümer – unter anderen die UBS und die CSL Behring AG – am Freitag in einer Mitteilung.

Am Ursprung dieser Idee steht allerdings nicht alleine das Komfortbedürfnis der Fussballfans. Hinzu kommt, dass die CSL Behring, die bereits im Mantel eingemietet ist, mehr Platz braucht. Auch seien sie schon mehrmals angefragt worden, ob sie Räume für eine Kindertagesstätte hätten, so Matthias Kuratli von der Medienstelle der Miteigentümerschaft des Stadions. Weitere Firmen oder Bildungsinstitute könnten ebenfalls profitieren. Nun startet ein «Pingpong» zwischen Quartiervertretung und dem Planerteam – eine erste Veranstaltung mit den Anwohnerinnen und Anwohnern hat am Donnerstag stattgefunden. Die Anregungen sollen die Planer nun prüfen, bevor der nächste Austausch mit dem Quartier erfolgt.

Urs Frieden ist als Präsident der Quartierkommission Dialog Nordquartier sowohl Experte in der Begleitgruppe der Planer als auch Bindeglied zu den Quartierorganisationen. Es gebe vor allem zwei Anliegen des Quartiers an einen möglichen Ausbau der Mantelnutzung, sagt Frieden. Einerseits wünsche man sich, dass die Aufenthaltsqualität des Quartierplatzes zwischen Stadion und Nebengebäude verbessert werde. Der Durchgang solle weiterhin unbedingt möglich bleiben – und vor allem Sitzgelegenheiten seien gefragt, so Frieden. Andererseits befürchtet das Quartier – je nach Nutzung der neuen Räume – Mehrverkehr.

Diese Aspekte sollen die Planer nun in ihre Überlegungen aufnehmen. Weiter gebe es auch Stimmen, die sich um den Stadioncharakter des Gebäudes sorgten, sagt Frieden. Diese forderten, dass der Fussball klar erkennbares Kerngeschäft bleibe. Doch stünden diese Bedenken eher nicht im Zentrum. Allerdings sind solche Ansichten auch unter den YB-Fans im Internetforum 1898.ch ein Thema: «Das schwebende Dach ist so ungefähr das einzig gelungene Element des Stadions», schreibt dort ein Fan.

Viele Involvierte

Das Resultat des Gutachterverfahrens sind schliesslich Richtkonzepte, die dem Gemeinderat vorgelegt werden. Solche Konzepte sind erste Wegweiser, aber nicht bindend. Der ganze Prozess dürfte allerdings noch etwas dauern: Auf dem Gebiet des Stadions haben viele Akteure mitzureden. So liegt es in dem vom Kanton definierten Entwicklungsschwerpunkt Wankdorf. Für das Gebiet besteht zudem eine Planungspflicht. Miteinbezogen in das Projekt sind auch das Stadtplanungsamt, Experten und eben die Quartierorganisation Dialog Nordquartier. Die YB-Fans müssen also noch etwas warten, bis sie zu einem Stadion ohne Durchzug kommen.

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