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Mehr Licht, mehr Sicherheit

Die Grosse Schanze war bereits vermehrt Schauplatz von Gewaltdelikten. Nun will die Stadt diese durch ein neues Beleuchtungskonzept minimieren.

Die neue Beleuchtung soll für «Vollmondstimmung» sorgen.
Die neue Beleuchtung soll für «Vollmondstimmung» sorgen.
zvg

Mit einer «Vollmondstimmung» soll den Gewaltdelikten auf der grossen Schanze ein Ende gesetzt werden. Dies gab die Stadt Bern gestern an einer Pressekonferenz bekannt. Ziel der neuen Beleuchtung sei, das Sicherheitsgefühl auf der Grossen Schanze zu steigern. Konkret soll der ganze Perimeter von der Schanzenstrasse bis zur Einsteinterrasse und von der Promenade bis zur Sidlerstrasse neu ausgeleuchtet werden. Die aktuellen Lichtverhältnisse bezeichnete der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) gestern als unbefriedigend. Die vorhandenen Lichtquellen würden das Areal nur punktuell ausleuchten.

So sehen die Lichtspender aktuell aus. Bild: Enrique Muñoz García
So sehen die Lichtspender aktuell aus. Bild: Enrique Muñoz García

Dies soll der Lichtplaner Walter Moggio nun ändern. «Viele Leute gehen in der Nacht um den Park herum», stellte Moggio fest. Mit einem «poetischen Lichtszenarium» sollen nun Blendungen vermieden und eine freundlichere Stimmung geschaffen werden. Die einzelnen Lichtspender sollen also weniger hell, dafür zahlreicher werden. Die Idee dahinter: eine bessere Gesichtserkennung zu gewährleisten. «Die indirekte Raumaufhellung ermöglicht eine gute Gesichtserkennung bei geringer Beleuchtungsstärke», erklärte Adrian Stiefel, Leiter Amt für Umweltschutz. Auf die Frage, ob das neue Beleuchtungskonzept Gewaltdelikte in Zukunft nun tatsächlich reduzieren könne, betont Stiefel, dass die neue Beleuchtung sicherlich ihren Beitrag zur Sicherheit leisten wird, diese jedoch nicht garantieren könne.

Denkbar auf Bundesterrasse

Die Realisierung des Projektes steckt derzeit in der Vorbereitung. Ab wann die optisch eher schlicht gehaltenen Leuchten genau für eine «Vollmondatmosphäre» sorgen werden, ist noch unklar. Stiefel hofft aber, dass die Umsetzung noch in diesem Jahr erfolgt. Die Stadtregierung hat dem Projekt ihren Segen bereits gegeben.

«Viele Leute gehen in der Nacht um die Grosse Schanze herum»

Walter Moggio, Lichtplaner EBP

Das Konzept der «Vollmondstimmung» klingt zwar eher romantisch, die Sache an sich ist aber durchaus ernst. Denn die Sicherheitsbedenken bezüglich der Grossen Schanze sind nicht unbegründet. So ist es auf dem Areal in den letzten Jahren immer wieder zu Gewaltdelikten gekommen. Sexuelle Übergriffe und Raubüberfälle gehören dazu. Ende 2017 eskalierte ein Streit in eine Massenschlägerei, bei welcher auch die ausgerückten Polizisten angegriffen wurden. Die Kantonspolizei Bern bestätigt, dass das Gebiet der Grossen Schanze regelmässig von Patrouillen kontrolliert wird, dies insbesondere in den warmen Jahreszeiten. Da es vermehrt zu einem hohen Personenaufkommen komme, sei es zudem nicht unüblich, dass es immer wieder zu Polizeieinsätzen komme. Nause bezeichnet die Grosse Schanze als Hotspot mit erhöhtem Sicherheitsanspruch, welcher einer ausserordentlichen Behandlung bedarf.

Konzept der Belebung

Das Beleuchtungskonzept ist nicht der erste Versuch der Stadt, die Grosse Schanze von ihrem düsteren Image zu befreien. Bereits im Sommer 2017 wurde ein Belebungskonzept lanciert, welches für mehr Sicherheit sorgen sollte. Die Bar Peter Flamingo ist Teil davon. Die Einsteinterrasse sollte so während der Sommermonate belebt und so sicherer werden. Nause zog aus diesem Belebungskonzept bisher positive Schlüsse. Das neue Beleuchtungskonzept versteht sich daher komplementär zur Belebungsstrategie und soll diese nicht ersetzen. Nause spielt zudem mit dem Gedanken, das Konzept der Belebung auf die Bundesterrasse auszuweiten.

«So wenig wie möglich»

Die Grosse Schanze macht den Anfang im Rahmen eines grossen Projektes: Beim neuen Beleuchtungskonzept für die Grosse Schanze handelt es sich um ein Pilotprojekt. Das Ziel sei längerfristig, das Konzept auf die ganze Stadt auszuweiten und so die Beleuchtung zu harmonisieren, erklärt Stiefel. Künftig werde in der Stadt Bern auf Plätzen nur noch auf warmweisses Licht gesetzt. Dabei spiele neben dem Sicherheitsaspekt auch die ökologische Komponente eine Rolle. «So viel wie nötig, so wenig wie möglich» – lautet das Credo der Stadt. Unnötige Lichtemissionen sollen vermieden, der Energieverbrauch tief gehalten werden. Vorerst werden aber lediglich kaputte Beleuchtungen im Sinne des neuen Konzeptes ersetzt. Den noch intakten Anlagen geht es noch nicht an den Kragen.

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