Interesse an Wyss-Nachfolge schwindet

Mit Nadine Masshardt und Giovanna Battagliero erklären zwei Favoritinnen ihren Verzicht.

Ursula Marti (SP) liess bereits im August verlauten, dass sie für eine Gemeinderatskandidatur zur Verfügung stehe.

Ursula Marti (SP) liess bereits im August verlauten, dass sie für eine Gemeinderatskandidatur zur Verfügung stehe.

(Bild: Nicole Philipp)

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Früher waren die Wahlen in den Berner Gemeinderat für die SP ein Spaziergang. Aber angesichts der Wählerverluste bei den nationalen Wahlen und dem Erstarken der grünen und grünliberalen Konkurrenz ist der zweite SP-Sitz in der Exekutive bei den Wahlen in einem Jahr gefährdet.

Bereits lichten sich denn auch die Reihen der Interessentinnen an der Nachfolge der zurücktretenden Verkehrsdirektorin Ursula Wyss (SP). Mit Nationalrätin Nadine Masshardt hat am Dienstag eine der Top-Favoritinnen ihren Verzicht auf eine Kandidatur erklärt. Masshardt ist bei den Nationalratswahlen auf dem ersten Platz der SP-Frauenliste gelandet.

Nadine Masshardt will nicht in den Gemeinderat. Bild: Gaetan Bally/Keystone

Nationalrätinnen winken ab

Ihr Fokus liege derzeit bei der parlamentarischen Arbeit im Nationalrat, liess Masshardt am Dienstag via Facebook verlauten. Sie habe sich deshalb «nach reiflichem Überlegen» entschieden, auf eine Kandidatur für den Berner Gemeinderat zu verzichten. Im selben Post auf Facebook gab sie auch ihren Verzicht auf eine Kandidatur als Chefin der SP Schweiz bekannt.

Bereits früher abgesagt hat die zweite Stadtberner Nationalrätin Flavia Wasserfallen. Sie ist nach dem Rücktritt von Christian Levrat nun im Gespräch für das Präsidium der SP Schweiz.

Auch Flavia Wasserfallen hat sich aus dem Rennen genommen. Bild: Raphael Moser

Battaglieros Absage

Ebenfalls einen Rückzieher macht Giovanna Battagliero. «Ich stehe nicht zur Verfügung», sagt die einstige Stadt- und Grossrätin auf Anfrage. Sie habe sich diese Frage überlegt und sei zum Schluss gekommen, dass das Amt als Gemeinderätin für sie nicht infrage komme, sagt die Stabschefin im Bundesamt für Sozialversicherungen. «Ich habe immer gesagt, dass meine Nationalratskandidatur im Vordergrund steht. Zu dieser habe ich mich entschieden, bevor klar wurde, dass Ursula Wyss nicht mehr antritt.» Bei den Nationalratswahlen landete Battagliero in der Stadt Bern hinter Ursula Marti auf dem fünften Platz der SP-Frauenliste.

Mit Giovanna Battagliero steht eine weitere Favoritin «nicht zur Verfügung». Bild: Valérie Chételat

Von einem definitiven Abschied von der Politik will sie allerdings nichts wissen. «Ich könnte mir auch vorstellen, in vier Jahren nochmals für den Nationalrat anzutreten.»

Marti relativiert

Somit bleiben von den Favoritinnen noch Marieke Kruit und Ursula Marti. Kruit bezeichnet das Amt als Gemeinderätin als «reizvoll», betont aber zugleich, wie ihr ihre Arbeit als leitende Psychologin gefalle. Sie sei daher «noch sorgfältig am Überlegen», sagt die Chefin der SP-Fraktion im Stadtrat.

Eine der wenigen, die sich zur Wahl stellen wollen: Maraike Kruit (r.). Bild: Franziska Rothenbühler

Grossrätin Ursula Marti wiederum liess im August verlauten, sie stehe für eine Gemeinderatskandidatur zur Verfügung. Am Dienstag sagte sie, dass der Entscheid für sie «noch offen» sei. Die politische Landschaft verändere sich gerade sehr. Sie brauche noch Zeit für eine Standortbestimmung, hält Marti fest.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt