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«Komisch, wie schnell alles aus den Fugen geraten kann»

Die Stadt Bern war in der Samstagnacht so gut wie ausgestorben. Nur wenige Menschen waren unterwegs. Was sie nach draussen getrieben hat.

Martin Erdmann

22.05 Uhr. Der Berner Innenstadt ist sämtliche Urbanität entwichen. Es ist nicht ruhig, sondern still. Diese Stille legt schaurige Schwermut über die verlassenen Gassen. In der Ferne erklingen Geräusche, die an nächtliches Treiben erinnern. Sie führen hinter das Erlach-Denkmal im Ringgepark. Auf dem Boden liegt eine leere Flasche Billigwhisky. Um sie herum sitzen Yves, Fernando und Laura. Alle sind sie 18 Jahre alt, alle sind sie betrunken. Ihre lauten Stimmen hallen in die Dunkelheit hinein. Laura beantwortet die Frage, obwohl sie gar nicht gestellt wurde. «Ja, eigentlich sollten wir zuhause sein.» Doch dort seien die Eltern – seit Home-Office eigentlich ununterbrochen. «Da wird es mir manchmal einfach zu eng.»

Auch Yves rechtfertigt seine Anwesenheit ungefragt. Er verstehe die Massnahmen und unterstütze sie auch. «Aber es kann doch nicht verboten sein, für ein paar Stunden etwas Spass zu haben.» Sie würden hier ja niemanden gefährden. Fernando schaut unschlüssig zum menschenleeren Kornhausplatz hinüber. «Es gibt wohl schon Gründe, wieso ausser uns niemand hier ist.» Die anderen schweigen.

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