Zum Hauptinhalt springen

Köniz diskutiert über soziale Durchmischung

Neuer Anlauf zur Abschaffung Spez-Sek-Klassen am Gymnasium Lerbermatt.

Eine Klasse im Gymnasium Lerbermatt beim Technik-Unterricht. Am Gymnasium Lerbermatt besuchen die Jugendlichen reine Spez-Sek-Klassen.
Eine Klasse im Gymnasium Lerbermatt beim Technik-Unterricht. Am Gymnasium Lerbermatt besuchen die Jugendlichen reine Spez-Sek-Klassen.
Adrian Moser

Casimir von Arx (GLP) ist zuversichtlich. Am Montagabend könnte eintreten, worauf er seit drei Jahren hinarbeitet. Dann diskutiert das Könizer Parlament einmal mehr über die Spez-Sek-Klassen am Gymnasium Lerbermatt. Und diesmal stehen die Chancen gut, dass das Parlament dem Gemeinderat den Auftrag erteilt, die umstrittenen Klassen an der Lerbermatt aufzulösen. Denn mehr als die Hälfte der Parlamentarier und Parlamentarierinnen haben eine Motion, die von Arx eingereicht hat, unterzeichnet.

Bis die Klassen geschlossen würden, würden noch drei bis fünf Jahre verstreichen. Der Gemeinderat rechnet mit einer Volksabstimmung. Von Arx wäre das sogar recht: «Ich würde das begrüssen», sagt er. So könnte die Frage endlich von der Bevölkerung diskutiert werden.

Drei verschiedene Modelle

Heute gibt es in Köniz drei Modelle des Spez-Sek-Unterrichts: Nebst den reinen Spez-Sek-Klassen am Gymnasium Lerbermatt sind dies zwei mehr oder weniger durchlässige Modelle. Am Oberstufenzentrum Köniz (OZK) besuchen die Kinder eine reine Spez-Sek-Klasse. Allerdings können Kinder aus den Sekundarklassen in Mathematik und Französisch dazustossen, wenn sie das entsprechende Niveau haben. Umgekehrt können die Spez-Sek-Kinder den Unterricht in diesen Fächern wenn nötig auf Sek-Niveau besuchen. An den meisten anderen Oberstufenzentren sind die Stammklassen nach dem Modell Spiegel gemischt. Der Unterricht in den Fächern Math, Französisch und Englisch wird in Niveau-Gruppen für Real-, Sekundar- und Spez-Sek-Schüler angeboten.

Vorteil gymnasiales Umfeld

Die Lerbermattklassen sind eine Herzensangelegenheit des zuständigen Gemeinderats Hans Peter Kohler (FDP). Er betont die «Bildungsvielfalt» in Köniz dank den verschiedenen Modellen und die Wahlfreiheit der Eltern. Sie können ihre Kinder entweder am herkömmlichen Standort in den durchlässigen Modellen unterrichten lassen oder in die reinen Spez-Sek-Klassen an der Lerbermatt schicken. Er betont ausserdem den Wert des gymnasialen Umfelds an der Lerbermatt. «Dort weht ein anderer Wind», sagt er. Die naturwissenschaftlichen Fächer würden gefördert, und die Kinder könnten von der gymnasialen Infrastruktur profitieren. Auf dem Pausenplatz könnten sie die älteren Jugendlichen kennen lernen, die bereits das Gymnasium besuchten. «Wenn wir über die Lerbermattklassen sprechen, führen wir eine pädagogische Diskussion», sagt er.

Dieser Meinung ist auch Casimir von Arx. In allen anderen Punkten widerspricht er Kohler aber. Er stellt die Relevanz der gymnasialen Infrastruktur für den Unterricht in der siebten und achten Klasse infrage und erachtet die Durchlässigkeit der anderen Modelle als Vorteil für die individuelle Förderung. Zudem würden die Spez-Sek-Klassen an den anderen Standorten gestärkt, wenn mehr Spez-Sek-Kinder dort die Schule besuchten. «Denn es hat in Köniz nicht genügend Schüler, um alle drei Systeme sinnvoll nebeneinander zu betreiben», sagt er. Tatsächlich werden im August 49 von 111 Kindern mit Spez-Sek-Niveau in die Lerbermatt eintreten. Würden diese Kinder an ihrem ursprünglichen Standort bleiben, könnten zum Teil auch dort reine Spez-Sek-Klassen geführt werden.

Und so geht es am Montagabend im Könizer Parlament nicht nur darum, wie die Kinder am besten zu unterrichten sind, sondern vor allem darum, ob und wie stark die Schule die durchmischte Gesellschaft fördern soll.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch