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Keine Gratis-Tampons an den Berner Schulen

Der bernische Grosse Rat will sich nicht für die kostenlose Bereitstellung von Tampons und Binden an den öffentlichen Schulen einsetzen.

Sollen nicht kostenlos zur Verfügung stehen: Tampons.
Sollen nicht kostenlos zur Verfügung stehen: Tampons.
Keystone

Mit 76 zu 59 Stimmen hat der Grosse Rat ein Postulat von Maurane Riesen (PSA) abgelehnt. In allen öffentlichen Gebäuden stehe Toilettenpapier kostenlos zur Verfügung, sagte Riesen. Hingegen gebe es keine Gratis-Tampons und -Binden. Dabei handle es sich um einen Grundbedarf, der manche Mädchen und Frauen vor finanzielle Probleme stelle. Der Kanton Bern solle dem Beispiel der Stadt New York und mehrerer Länder folgen. 17 Rednerinnen und Redner ergriffen in einer emotionalen Debatte das Wort. Hinter den Vorstoss stellten sich die Ratslinke und die EVP. Noch immer werde die Menstruation in unserer Gesellschaft tabuisiert. Ginge es um ein männerspezifisches Anliegen, wäre längst Abhilfe geschaffen worden, mutmassten manche.

Die Ratsmehrheit winkte ab. Der Vorschlag gehe zu weit und liesse sich sowieso nur beschränkt umsetzen. Denn auf Stufe Volksschule falle das Thema in die Zuständigkeit der Gemeinden.

Binden und Tampons seien übrigens gar nicht so teuer, sagte Sandra Schneider (SVP). «Auch bei starker Mens blutet das Portemonnaie nicht.» Schneiders Parteikollege Martin Schlup ergänzte, es gebe nun mal Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Letztere verlangten auch keine finanzielle Hilfe, nur weil sie im Schnitt zehn Jahre weniger lang lebten. Den Frauen riet er, sich lieber an den Vorteilen zu erfreuen, die ihr Geschlecht mit sich bringe, als sich an «kleinen Nachteilen» zu stören.

Armut bekämpfen

Erziehungsdirektor Christine Häsler (Grüne) wäre bereit gewesen, das Postulat entgegenzunehmen. Maurane Riesen habe ein wichtiges Thema aufgegriffen. Aus Häslers Sicht sind Verbesserungen durchaus möglich. Zum einen könne man beim Preis ansetzen. Diesen Weg habe der Nationalrat beschritten, als er sich für einen reduzierten Mehrwertsteuersatz für Damenhygieneartikel ausgesprochen habe. Zum andern mache das Thema deutlich, dass die Armutsbekämpfung fortgesetzt werden müsse.

SDA/sik

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