«Kein Abbauprogramm vorgesehen»

Dirk Stahl, Chef von BLS Cargo, erklärt warum trotz Grossakquisition beim Bahnunternehmen kein grösserer Stellenabbau befürchtet werden muss.

Chef von BLS Cargo, Dirk Stahl, gibt Entwarnung.

Chef von BLS Cargo, Dirk Stahl, gibt Entwarnung.

(Bild: Susanne Keller)

Mischa Stünzi

Herr Stahl, seit der Gründung von BLS Cargo im Jahr 2001 ist Crossrail die erste grössere Übernahme. Warum jetzt?
Die Übernahme steht im Zusammenhang mit unserer Strategie als Korridor-Anbieter, das heisst wir bieten den Kunden durchgehende internationale Lösungen an. Bisher machen wir das vor allem mit Partnern, nun hatten wir die Gelegenheit, einen solchen Partner zu übernehmen. Zudem können wir uns so Kapazitäten sichern. Das ist zentral, gerade weil im Bereich der Lokführer Fachkräftemangel herrscht.

Wird BLS Cargo nun weiter zukaufen?
Nein, Crossrail ist eine einmalige Situation. Wir haben in Gesprächen erfahren, dass sich Rhenus allenfalls von Crossrail trennen möchte, und konnten uns als Käufer anbieten. In den anderen Märkten wie Deutschland und den Niederlanden setzen wir weiterhin auf bestehende Partnerschaften.

BLS Cargo macht mit 130 Angestellten 200 Millionen Umsatz, Crossrail mit 180 Personen nur 70 Millionen. Gibt es da Sparpotenzial?
BLS Cargo und Crossrail haben beide sehr schlanke und angemessene Strukturen. Die Zahlen sind nicht vergleichbar. BLS Cargo nutzt beispielsweise rund 120 Lokführer, die vom Mutterkonzern, der BLS, angestellt sind und nicht bei BLS Cargo ausgewiesen werden.

Trotzdem bedeuten Grossakquisitionen meist, dass Doppelspurigkeiten abgebaut werden. Müssen die Angestellten nun im ihren Job bangen?
Nein, es ist nicht vorgesehen, dass wir nun ein umfassendes Abbauprogramm starten. Natürlich wollen wir Synergien nutzen und Prozesse vereinfachen. Das Ziel ist aber, dass wir gemeinsam wachsen. Zudem beschäftigt Crossrail seine Leute vor allem in Belgien und Deutschland, wo BLS Cargo kaum Angestellte hat. So gesehen ergänzen sich die Strukturen gut.

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