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Kantonspolizei beendet ihre Twitter-Offensive

In den letzten Wochen kommentierte die Polizei ihre Antidrogeneinsätze bei der Reitschule live auf Social Media. Damit soll nun wieder Schluss sein.

Einige Tweets der Kantonspolizei der letzten Woche.
Einige Tweets der Kantonspolizei der letzten Woche.

Es ist wohl langfristig gesehen das umstrittenste und schwierigste Tätigkeitsfeld der Berner Kantonspolizei: der Kampf gegen den Drogenhandel auf der Berner Schützenmatte, wo es am Rande der Antidrogeneinsätze immer wieder zu Konflikten mit Aktivisten und Partygängern kommt. Bei den Razzien der letzten Wochen wählte die Polizei eine neue Form der Kommunikation. Die Einsätze wurden live auf Social Media begleitet: Auf dem Kurznachrichtendienst kommentierte die Polizei jeden ihrer Schritte. So wollte die Polizei Rückhalt für ihr Vorgehen gewinnen und auch Kommunikation aus anderen Quellen zuvorkommen.

Ein Tweet, der im Rahmen der Kommunikationsoffensive abgesetzt wurde.

Nun soll damit bereits wieder Schluss sein, wie die Polizei auf ihrem Blog schreibt. Man sei zwar frei, jederzeit wieder Live-Kommunikation zu betreiben, heisst es. Doch so konsequent wie in den letzten Woche sollen die Einsätze nicht mehr kommunikativ begleitet werden. Die offensive Kommunikationsstrategie hatte auch für Kritik gesorgt. Die Reitschule warf der Polizei vor, «beschönigende PR» zu betreiben. Gegenüber der Onlineplattform Watson.ch erklärte ein Experte, dass Transparenz und Meinungsmache gefährlich nahe beieinander liegen würden.

Platzwarte der Schützenmatte üben Kritik

Zum Ende der polizeilichen Twitter-Offensive melden sich auch erstmals die Platzwarte der Schützenmatte zur Drogenproblematik zu Wort. Der Verein Platzkultur ist für den Betrieb der drei Jahre dauernden Zwischennutzung verantwortlich und wegen der direkten Nachbarschaft zum Vorplatz der Reitschule ebenfalls von den Einsätzen gegen den Drogenhandel betroffen. Man hoffe, dass mit dem Ende der Kommunikationsoffensive auch die Zeit derartiger Einsätze zu Ende gehe, heisst es in einer Stellungnahme auf Facebook. Der Bar- und Restaurantbetrieb im Zelt auf der Schützenmatte werde durch die Polizeieinsätze massiv gestört. So sei letzte Woche ohne Vorwarnung das Zelt gestürmt und dabei eine gar nicht abgeschlossene WC-Türe eingetreten worden. «Ein normaler Betrieb ist so kaum aufrechtzuerhalten», schreiben sie und appellieren an die Stadt, sich bei der Polizei für weniger solcher Drogenrazzien einzusetzen.

Die Kantonspolizei verweist auf Anfrage auf ihre Mitteilungen auf Twitter. Dort sei erklärt, warum auch im Innern des Zelts Kontrollen nötigen waren:

Es scheint, als wäre die Stadt Bern nun gleich doppelt als Vermittlerin gefragt. Denn während die Polizei ihre Kommmunikation ausweitete, nahmen die Reitschüler und Reitschülerinnen eine Sirene in Betrieb, um vor der anrückenden Polizei zu warnen. Auch dies ist eine weitere Eskalation in der Causa Drogenhandel. Nun hat die Polizei die städtischen Behörden eingeschaltet, damit die Sirene entfernt wird.

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