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Für die Männlichenbahn wirds eng

Im Frühling 2018 läuft die Bewilligung für die Gondelbahn Grindelwald-Männlichen aus. Was dann folgt, ist derzeit offen.

Einsprachen behindern Erneuerungsarbeiten an der Gondelbahn Grindelwald-Männlichen.
Einsprachen behindern Erneuerungsarbeiten an der Gondelbahn Grindelwald-Männlichen.
zvg

Steht die Gondelbahn von Grindelbahn auf den Männlichen (GGM) nach der Wintersaison 2017/18 still? Dieses Szenario droht der rund 40 Jahre alten Anlage. Ihre Betriebsbewilligung läuft im April 2018 aus. Eigentlich sollte dann ein Neubau die alte Anlage ersetzen. Die neue Gondelbahn ist einer von zwei Armen des umstrittenen V-Bahn-Projekts - der andere verbindet Grindelwald mit der Station Eigergletscher als Zubringer zum Jungfraujoch. Das Problem für die Bahn auf den Männlichen: Das gesamte Projekt ist wegen Einsprachen blockiert.

Von Seiten der beim Projekt federführenden Jungfraubahnen hiess es stets: Wenn bis im Frühling oder Sommer 2017 nicht mit dem Bau begonnen werden kann, wird die Ersatzbahn auf den Männlichen nicht fristgerecht fertig. Nun scheinen die Bergbahnen doch noch ein paar zusätzliche Monate Spielraum zu haben. Die Rede ist nun von einem spätesten Baustart im Herbst. In einem Communiqué teilte die GGM gestern mit, die Einsprachen müssten in den nächsten Monaten bereinigt werden können. Ansonsten drohe ein Rechtsstreit vor Gericht, der sich über Jahre hinziehen könne.

Stillstand als Druckmittel

Das Geld für den Neubau wäre vorhanden. Die Gesellschaft hat dafür extra eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Die angestrebte Verdoppelung des Aktienkapitals um 5,5 Millionen Franken sei nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen worden, hiess es an der Generalversammlung vom Dienstag.

Eigentlich, so wurde noch vor vier Jahren kommuniziert, hätte die neue Bahn ihren Betrieb bereits letztes Jahr aufnehmen sollen. Anfang 2016 lief nämlich die Konzession der GGM aus. Sie musste bis 2018 verlängert werden. Das war damals ohne Auflagen von Seiten der Aufsichtsbehörden möglich. Sollte nun eine erneute Verlängerung der Betriebsbewilligung ersucht werden müssen, könnte das anders aussehen. Denn die Bahn entspricht nicht den heutigen technischen Standards und Vorschriften. Müsste die Anlage nachgerüstet werden, wäre das laut Medienmitteilung «ein äusserst schwieriges und sehr kostspieliges Unterfangen». Von einem Millionenbetrag war schon die Rede. Möglich wäre aber auch «ein periodischer Stillstand der Bahn», wie das Unternehmen gestern mitteilte.

Kritiker der V-Bahn monierten auch schon, dass die GGM zum Druckmittel für das gesamte Projekt herhalten müsse. Ihr Widerstand richtet sich nämlich nicht gegen den Arm auf den Männlichen, sondern gegen jenen Richtung Eigergletscher.

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