Zehn Verletzte wegen «Burglind»

Der Sturm «Burglind» hat dem Kanton Bern einen turbulenten Tag beschert. Zehn Personen wurden verletzt und über 700 Schadensmeldungen gingen ein.

Etliche Bäume blockierten die Stassen. Hier blieb der Bus der Linie 21 Bern Bremgarten stecken.

Etliche Bäume blockierten die Stassen. Hier blieb der Bus der Linie 21 Bern Bremgarten stecken.

Zehn Menschen wurden verletzt, acht davon bei einem Bahnunfall an der Lenk. Kantonsweit war der Verkehr beeinträchtigt. Die Polizei nahm über 700 Schadensmeldungen entgegen.

Acht Passagiere einer Golden-Pass-Komposition der Montreux-Berner Oberland-Bahn (MOB) wurden im Simmental verletzt, die meisten von ihnen leicht. Eine starke Windböe hatte den Triebwagen aus den Geleisen gehoben.

In Worb bei Bern wurde ein Auto von einem umstürzenden Baum getroffen. Der Lenker sowie ein mitfahrendes Kind wurden leicht verletzt ins Spital gebracht. Wie hoch der durch «Burglind» verursachte Sachschaden ist, wird sich zeigen. Allein im Berner Tierpark Dählhölzli wird er auf etwa 100'000 Franken geschätzt: Zwei Dutzend Buchen wurden gefällt und mehrere Zäune beschädigt. Ob Tiere entweichen konnten, ist unklar.

Kantonsweit hielt der Sturm die Einsatzkräfte auf Trab, weil Bäume umstürzten, Dächer beschädigt und Gegenstände weggeweht wurden. Allein die Berufsfeuerwehr Bern rückte rund 100 Mal aus. Sie räumte Bäume und Äste von den Strassen, sicherte Baugerüste, verankerte lose Abdeckungen und entfernte Weihnachtsdekorationen. Auch die Spezialisten der Bernischen Kraftwerke hatten alle Hände voll zu tun.

Vorübergehend waren bis zu 40'000 Kunden der Versorger BKW, onyx und La Goule vor allem im Emmental und im Jura ohne Strom. Bis am Abend mussten noch 15'000 Abnehmer mit Störungen leben. Insgesamt wurden über 35 Leitungen beschädigt.

Weihnachtstanne vom Winde verweht

Glimpflich ging ein Zwischenfall beim Bahnhof Bern aus. Polizei und Strasseninspektorat konnten den Bahnhofplatz gerade noch rechtzeitig absperren, ehe die 13 Meter hohe Weihnachtstanne zu Boden krachte. Verletzt wurde niemand. Bahnkunden mussten sich vielerorts in Geduld üben. Der Schiffsverkehr auf dem Thunersee wurde ganz eingestellt, auch die Bergbahn aufs Jungfraujoch war nicht mehr in Betrieb.

Die Hotelgäste auf der Kleinen Scheidegg kamen dadurch in den Genuss einer unfreiwilligen Ferienverlängerung. Wer dringend abreisen musste, konnte allerdings auf die Dienste eines Schneeräum-Zugs der Jungfraubahnen zählen.

Spitzenwert auf dem Bantiger

Die höchste Geschwindigkeit erreichte «Burglind» mit 183 Kilometern pro Stunde auf dem Chasseral und - in tieferen Lagen - mit 171 km/h auf dem Bantiger bei Bern. Besonders heftige Windböen gemessen wurden auch etwa in Mühleberg, Niederscherli (Gemeinde Köniz), Brienz und Thierachern bei Thun.

net/sda

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