Wir leben nicht in einem Schwellenland!

Das Tram Region Bern ist notwendig für eine Stadt mit einem klaren Verkehrskonzept. Ein «Trampolin»-Blog von SP-Nationalrat Matthias Aebischer.

Öffentlicher Verkehr gibt es einzig mit Bussen: Rio de Janeiro.

Öffentlicher Verkehr gibt es einzig mit Bussen: Rio de Janeiro.

(Bild: Keystone Felipe Dana)

Oft war ich in meinen 20 Jahren als Journalist im Ausland unterwegs und liess mich in öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Städte fahren. In Hong Kong zum Beispiel suchte ich immer eine Verbindung mit Tram oder Zug. Im Big Apple empfiehlt es sich, die New York Subway zu benutzen. Und auch in Tokio oder Wien setzte ich auf die Schiene. Zug und Tram haben den Vorteil, dass sie schneller sind als der Bus, dass sie sehr pünktlich sind, dass man bequem ein- und aussteigen kann und dass die Fahrt auf der Schiene sehr ruhig verläuft.

Es gibt aber auch Länder und Städte, bei welchen ich mich oft frage, ob überhaupt je ein Verkehrskonzept erarbeitet oder umgesetzt worden ist. In Rio de Janeiro oder überhaupt in Brasilien zum Beispiel fährt man primär mit dem Bus. Und auch in Puerto Rico sucht man andere Verkehrsmittel als den Bus vergeblich. Holprige Strassen und unbequeme Fahrten prägen den ÖV in vielen Schwellen- oder Drittweltländern.

Tram Region Bern ist ein Muss

Zu welcher Kategorie von Städten soll Bern gehören? Ich habe mich entschieden. Ich will in einer Stadt mit einem klaren Verkehrskonzept leben. Und da gehören gute Tram- und Bahnverbindungen dazu. Das Tram Region Bern ist eine notwenige Investition für eine nachhaltige Siedlungs-, Verkehrs- und Arbeitsplatzentwicklung.

Wer heute auf der Linie 10 unterwegs ist, weiss, dass es zwischen Ostermundigen und Schliern im Bus nicht immer nur angenehm ist. Oft sind die Busse überfüllt. Und es wird sicher nicht besser. Viele Unternehmen und auch die Bundesverwaltung verlagern ihre Arbeitsplätze in die Vorortsgemeinden. Im Liebefeld entstehen in den nächsten fünf Jahren rund 1500 neue Arbeitsplätze. Der Pendlerstrom wird also massiv zunehmen. Das Tram Region Bern kann einen grossen Teil dieser zusätzlichen Pendlerinnen und Pendler befördern. Diese wiederum geniessen mit dem neuen Tram einen guten Komfort. Das Tram ist zuverlässig, fährt ruhig und bietet mehr Platz für alle.

Grosse Erleichterung auch für ältere Menschen

Als Präsident des Vereins Fussverkehr Bern ist mir dieser Komfort ein Anliegen. Nur wenn sich die Pendlerinnen und Pendler während ihres Arbeitsweges wohl fühlen, werden sie den öffentlichen Verkehr benutzen. Kommt hinzu, dass das neue Tram auch für ältere Leute und Personen mit einer Gehbehinderung eine grosse Erleichterung darstellt. Der Einstieg in ein Tram ist nicht zu vergleichen mit einem Buseinstieg. Zudem hat die sogenannte Durchmesserlinie den grossen Vorteil, dass die Anzahl Umstiege massiv verringert wird.

Stimmen sie Ja am 28. September

Ein Ja zur Umwelt, ein Ja zu einer modernen Städteplanung, ein Ja zu einem zuverlässigen und bequemen Verkehrsmittel, ein Ja für das neue Tram Region Bern. Für mich ist also klar, dass ich am 28. September ein Ja in die Urne legen werde.

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