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Wie aus einer Energieschleuder ein kleines Kraftwerk wurde

Kann man das? Das war Christian Zeyers Frage. Und er zeigte, dass es möglich ist.

«Damals hiess es immer, es sei gar nicht möglich, aus einem alten Haus ein Minergie-P-Haus zu machen.» Da habe ihn der Hafer gestochen, sagt Christian Zeyer. «Ich wollte einfach wissen, ob man das kann.» Der ETH-Ingenieur aus Ostermundigen arbeitet beim Wirtschaftsverband Swisscleantech, sitzt für die SP im Gemeindeparlament und ist Präsident der Wohnbaugenossenschaft Oberfeld. Das war 2007.

2010 ist die Sanierung des Hauses, die eigentlich eine Gesamtsanierung war, von Prix Solaire Suisse mit dem 1. Plus-Energie-Bau-Diplom ausgezeichnet worden. Das Einfamilienhaus am Dennigkofenweg ist 93-jährig. Heute verfügen die Hülle des Altbaus und der neu erstellte Anbau über eine hervorragende Wärmedämmung. Die Elektroöfen, die aus dem Haus eine Energieschleuder machten, sind ersetzt worden durch eine Heizung, die auf einer Wärmepumpe beruht. Diese braucht auch Strom, aber etwa 30-mal weniger, als vor der Sanierung für Heizung und Warmwasser notwendig war. Der Strom wird übers Jahr verteilt mit der Fotovoltaik-Anlage wieder produziert. Dazu kommt ein Kollektor für Warmwasser. Nach Abzug des Verbrauchs aller Geräte bleiben Ende Jahr 1500 Kilowattstunden übrig. «Wenn wir ein Elektrofahrzeug hätten, könnten wir damit noch über 10'000 Kilometer weit fahren», sagt Zeyer.

Ein Haus als Versicherung

Die Zusatzkosten, die durch die energetischen Massnahmen verursacht wurden, beziffert Zeyer auf rund 100'000 Franken. Die Fotovoltaik-Anlage, die damals um die 60'000 Franken kostete, wäre heute schon zum halben Preis erhältlich, sagt er. Auf eine Lebensdauer der Bauteile von rund 40 Jahren gerechnet, werde sich die Investition ziemlich sicher auszahlen. Und sollte sich der Erneuerungsaufwand dannzumal in Grenzen halten, werde anschliessend «fast nur noch Gewinn» anfallen. Für seine vierköpfige Familie sei das Haus vor allem aber «eine Versicherung gegen steigende Energiepreise».

Wenn Zeyer über das Haus und den Umbau erzählt, sind seine Freude und sein Stolz über das Werk nicht zu überhören. Vor einem Jahr, als es im Februar so kalt war, brauchte bloss ein wenig die Sonne zu scheinen, «und schon konnten wir die Heizung abstellen – die Lebensqualität ist fantastisch», schwärmt er. Und dank der Komfortlüftung herrsche «stets perfektes Raumklima».

Informationen: www.eplusu.ch

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