Wider den Apparat der Schreibtischtäter

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Viele der gewählten Parlamentarier seien der Berner Verwaltung hörig, schreibt SVP-Grossrat Thomas Knutti im «Wahltag»-Blog.

Seien der Verwaltung hörig: Parlamentarier im Berner Rathaus.

Seien der Verwaltung hörig: Parlamentarier im Berner Rathaus.

(Bild: Keystone Peter Schneider)

Bereits flattern die ersten Wahlempfehlungen für die Regierungs- und Grossratwahlen in die Briefkästen: Sämtliche Kandidatinnen und Kandidaten geben an, für welche Anliegen sie sich einsetzen wollen. Sobald dann aber das «Scheinwerferlicht» der Wahlen erloschen ist, vergisst manch ein gewählter Politiker die Versprechungen und man zählt sich gut und gerne zur Classe-Politique. Leider sind viele der gewählten Parlamentarier der Berner Verwaltung hörig. Nur selten wird die Arbeit des unglaublichen Bürokratie-Urwaldes in unserer Zentralverwaltung hinterfragt.

Unser Apparat der Schreibtischtäter, welcher uns das Leben auf dem Lande vielfach unnötig erschwert, wächst und wächst: Gesamtschweizerisch wird die Verwaltung monatlich um 523 Stellen aufgestockt! Der Zentralisierungswahn der Verwaltungstäter will dem ländlichen Raum den Boden unter den Füssen weg ziehen. Selbstverständlich wird das unter dem Deckmantel von «Kosteneinsparungen» verkauft. Die Realität belegt dann das Gegenteil und man stellt fest, dass die unsäglichen Verwaltungsreformen nur Nachteile gebracht haben.

Für die Besorgung einer Identitätskarte lässt man die Bürgerinnen und Bürger heute durch den halben Kanton reisen und von den Bürokraten wird eine optimale Umsetzung beschworen. Infrastrukturen mussten für teures Geld gebaut werden, dafür stehen heute kantonseigene Liegenschaften und Schlösser leer und die Verwaltungen spüren den Puls der Bevölkerung nicht mehr.

Oder gehört auch das zur Strategie der Entvölkerung vom ländlichen Raum?

Unsere Regierung hat leider nicht den Mut zuzugeben, dass die Zentralisierungen eigentlich für uns alle unnötig waren und die falschen Versprechungen mit sich brachten.

Heute wollen alle an vorderster Front mitmachen, etwas bewegen, überall dabei sein – aber keine Verantwortung mehr übernehmen. Die Verantwortlichen solcher Fehlentscheidungen gehören bei den nächsten Wahlen bestraft. Unseren Bürgerinnen und Bürger wie aber auch den Gemeinden muss wieder mehr Eigenverantwortung übertragen werden.

Der Bevölkerung fehlt zunehmend der Glaube und das Vertrauen in die Politik, zu verdanken haben wir dies unter anderem allen, die Volksentscheide nicht oder Jahre lang nicht umsetzten.

Für mich als Mitglied der SVP-Fraktion im bernischen Grossen Rat sind Regierungs- und Grossratswahlen sehr wichtig, man erhält die Leistungsabrechnung für die vergangene Legislatur. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben die Möglichkeit einen politischen Richtungswechsel vorzunehmen. Als gewählter Grossrat steht man in der Pflicht, die Bevölkerung sowie die Anliegen der Region zu vertreten. Politiker die den Puls der Bevölkerung nicht spüren, im Wahlkampf grosse Versprechen abgeben und sobald diese im Amt sind, sich «still» halten, gehören nicht mehr nach Bern.

Die Demokratie ist das System, welches unsere Schweiz zum Erfolg geführt hat. Nur wer wählt, kann mitbestimmen.

Thomas Knutti ist wieder-kandidierender SVP-Grossrat, Bergbauer und Berufsfahrer aus Mattenstalden, Weissenburg.

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