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«Wer finanziell darbt, sollte etwas erhalten»

Der ehemalige Heim- und Verdingbub Roland Begert hat es bis zum Doktortitel geschafft. Doch wie sollen die Behörden
jenen entgegenkommen, die bis heute unter ihrer fremdbestimmten Kindheit leiden?

Roland Begert (l.), einst Verdingbub, und Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP).
Roland Begert (l.), einst Verdingbub, und Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP).
Valérie Chételat

In den Neunzigerjahren teilten sie sich ein Lehrerzimmer: Christoph Neuhaus, heute 48, und der 77-jährige Roland Begert waren beide Handelslehrer am Gymnasium Kirchenfeld. Neuhaus stand damals am Anfang seines beruflichen Werdegangs, mittlerweile ist er für die SVP Regierungsrat das Kantons Bern. Begert hatte seinen erstaunlichen Aufstieg bereits hinter sich: Als drei Wochen alter Bub war er ins katholische Kinderheim Bachtelen gesteckt, später als Zwölfjähriger an einen Bauern im Seeland verdingt und schliesslich von seinem Vormund zu einer Giesserlehre gezwungen worden. Mit 28 trat er ins Abendgymnasium ein, studierte dann Wirtschaft und Recht bis zum Doktortitel und wurde Gymnasiallehrer.

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