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In Blumenstein rutscht der Schutzwald davon

Die Regenfälle vom Januar haben Folgen: Ein Schutzwald im Gürbetal rutscht ab. Die Gemeinden Wattenwil und Blumenstein haben darum einen Krisenstab gebildet

Der Boden im entsprechenden Waldgebiet ist völlig aufgeweicht.
Der Boden im entsprechenden Waldgebiet ist völlig aufgeweicht.
zvg

Die Niederschläge im Januar waren extrem. Während es in den Bergen schneite, regnete es in Flachland in Strömen. Nun zeigt sich, dass die enormen Wassermengen nicht ohne Folgen bleiben. Im oberen Gürbetal sind bis zu 60 Hektaren Schutzwald ins Rutschen geraten. Das entspricht der Fläche von etwa 90 Fussballfeldern. Die Gemeinden Wattenwil und Blumenstein haben einen Krisenstab gebildet und raten dringend davon ab, das Gebiet zu betreten.

Das Gelände, die Bäume und Wege hätten sich um bis zu 15 Meter verschoben, teilten die beiden Gemeinden und der Regierungsstatthalter von Thun am Freitag mit. Da das Gebiet weiterhin rutsche, könnten jederzeit Bäume umstürzen. Die Wanderwege sind gesperrt.

Auch ins Bachbett der Gürbe sollte sich niemand begeben und das Naherholungsgebiet «Ausschütte» ist zu meiden. Die Sicherheit der Dörfer Wattenwil und Blumenstein sei aber nicht beeinträchtigt.

Schäden von 9-12 Millionen Franken

Im Januar dieses Jahres hatten die beiden Gemeinden sowie Förster Hinweise darauf erhalten, dass eine grössere Waldfläche am Oberlauf der Gürbe ins Rutschen geraten sei. Analysen zeigten nun auch, dass Gewässerverbauungen auf einer Länge von rund 800 Metern beschädigt wurden.

Der Schaden an diesen Verbauungen wird auf 9 bis 12 Millionen Franken geschätzt. Genauere Untersuchungen und Massnahmen sind erst nach der Schneeschmelze voraussichtlich Ende Mai möglich.

Die beiden Gemeinden und der Regierungsstatthalter schreiben, trotz der Schäden gewährleisteten die Verbauungen nach wie vor den Schutz der Siedlungsgebiete. Die Geländeveränderungen werden weiter beobachtet.

Die Gürbe entwässert das Gantrischgebiet. Im Oberlauf überwindet das Flüsschen auf 6,5 Kilometer Länge eine Höhendifferenz von fast 1000 Höhenmetern. Nach dem Unwetter vom 29. Juli 1990, bei dem Schäden von rund 40 Millionen entstanden, wurden die Gürbe und ihre Nebenbäche mit fast 100 Verbauungen stabilisiert.

Bilder zeigen schräg stehende Bäume

Die Gemeinde Wattenwil hat auf ihrer Internetseite Bilder und zusätzliche Informationen zur Rutschung aufgeschaltet. Auf den Bildern sind etwa schräg stehende, verschneite Bäume zu sehen. Und auf einem Informationsblatt eines Geologen steht, das fragliche Gebiet sei «ein altbekanntes Rutschgebiet»: Schon 1951, 1987 und 1999 sei es dort zu Geländebewegungen gekommen.

«Allerdings lag die Rutschfront bisher immer in gebührlichem Abstand zum Gürbegerinne». Nach jeder früheren Rutschung seien jeweils bauliche Massnahmen ergriffen worden, worauf sich die Rutschungen beruhigten.

Die neue Rutschung sei im Vergleich zu früheren breiter, tangiere nun auch das Bett der Bürge und verlaufe vielerorts viel tiefer im Boden als früher. «Unter der Annahme einer mittleren Rutschmächtigkeit von durchschnittlich 8 Metern bedeutet dies, dass die gesamte sich in Bewegung befindende Rutschmasse rund 5 Millionen Kubikmeter beträgt.»

SDA/spr

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