Weniger Geld für Tageseltern

Der Berner Regierungsrat hält an Senkung des Ansatzes für Tageseltern fest. Schulkinder sollen in der Tagesschule betreut werden.

Vor allem Vorschulkinder sollen gemäss Regierungsrat in Tagesfamilien betreut werden. (Symbolbild)

Vor allem Vorschulkinder sollen gemäss Regierungsrat in Tagesfamilien betreut werden. (Symbolbild) Bild: Archiv

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Regierungsrat verabschiedete die Verordnung über die Angebote zur sozialen Integration letzten November. Die Änderungen traten Anfang Jahr in kraft und sollen bis spätestens Anfang August umgesetzt werden. Teil dieser Vorlage ist auch die Anpassung des sogenannten Betreuungsfaktors für Schulkinder von 1 auf 0,75 für Kindertagesstätten und Tagesfamilien.

Geht es nach dem Willen des bernischen Regierungsrats, sinkt der Ansatz für die Betreuung von Schulkindern durch Tageseltern. Die Regierung erhofft sich von der Massnahme eine lenkende Wirkung, denn Schulkinder sollten in erster Linie in Tagesschulen betreut werden.

SP-Grossrätin Gabi Schönenberger macht sich Sorgen, dass der tiefere Ansatz gerade den Tageseltern zu schaffen macht. Mit einem Vorstoss möchte die Sozialdemokratin erreichen, dass der Kanton auf die Anpassungen für Tagesfamilien verzichtet.

Tageseltern würden ohnehin schon wenig bekommen für ihr Engagement, begründet Schönenberger ihren Vorstoss. Sinke die Entschädigung noch weiter, werde sich bald niemand mehr finden, der einen Betreuungsplatz anbiete. Tageseltern seien gerade dort wichtig, wo es kein ausreichendes Tagesschulangebot gebe und die Betreuung während der Schulferien nicht gelöst sei. Tagesfamilien seien beispielsweise auch die ideale Lösung für Eltern, die zu unregelmässigen Zeiten arbeiteten, führt Schönenberger ins Feld.

Rückenwind erhält Schönenberger von vielen Tageseltern und -vereinen, die sich beim Kanton gegen die geplante Senkung brieflich wehrten.

Nicht die Regel

Die Betreuung von Kindergarten- und Schulkindern in Tagesfamilien sei zwar erlaubt, räumt der Regierungsrat in einer am Montag veröffentlichten Antwort auf den Vorstoss ein. Dennoch sollte dieser Fall nicht die Regel darstellen.

Eine Betreuung von Schul- und Kindergartenkindern in Tagesfamilien sei vor allem dann sinnvoll, wenn in einer Gemeinde keine Tagesschule zur Verfügung stehe oder die Kinder in Einzelfällen besondere Betreuung brauchten, die eine Tagesschule nicht abdecken können.

In Tagesfamilien möchte die Kantonsregierung vor allem Vorschulkinder betreut wissen. 2015 wurden laut Regierungsrat aber mehr als ein Drittel der subventionierten Betreuungsstunden bei Tagesfamilien von Kindern im Schulalter genutzt. Dadurch fehlten dringend nötige Plätze für Vorschulkinder.

Da die Betreuung von Vorschulkindern weiterhin mit den vollen Normkosten entschädigt werde, sollte das Ausmass der Einkommenseinbussen für die meisten Tagesfamilien vertretbar sein, schreibt der Regierungsrat.

Er empfiehlt dem Parlament, den Vorstoss abzulehnen. Vorderhand gelte es, erst einmal zu beobachten, wie sich die Anpassung auswirke. Mit der Einführung des Gutscheinsystems werde sich die Lage nochmals verändern. Dann könnten allenfalls nötige Korrekturen vorgenommen werden. (nj/sda)

Erstellt: 06.03.2017, 16:12 Uhr

Werbung

Immobilien

Kommentare

Werbung

Kulturell interessiert?

Bizarre Musikgenres, Blick in Bücherkisten und das ganze Theater. Alles damit Sie am Puls der Zeit bleiben.

Die Welt in Bildern

Festival vereint die verschiedenen Kulturen des Landes: Eine Frau singt und tanzt bei einem Strassenfest in Südafrika in einem traditionellen Kleid. (14. Dezember 2018)
(Bild: Rajesh JANTILAL) Mehr...