Weiterhin Tempo-30-Zonen auf Kantonsstrassen

Der Kanton Bern kann weiterhin Tempo-30-Zonen einrichten. Das entschied der Grosse Rat. Bürgerliche hatten sich vergeblich dagegen gewehrt.

Die tiefere Geschwindigkeit reduziere die Anzahl und Schwere von Verkehrsunfällen, sagte Verkehrsdirektorin Barbara Egger-Jenzer (SP).

Die tiefere Geschwindigkeit reduziere die Anzahl und Schwere von Verkehrsunfällen, sagte Verkehrsdirektorin Barbara Egger-Jenzer (SP).

(Bild: Manu Friedrich)

Der Grosse Rat hat am Donnerstag einen Vorstoss aus bürgerlichen Reihen abgelehnt, der diesem Verkehrsregime den Riegel schieben wollte. Sieben Grossratsmitglieder, mehrheitlich aus der SVP, wehrten sich vergeblich gegen «sinnlose und verkehrsbehindernde» Tempo-30-Zonen auf Kantonsstrassen.

«Da haben sie vollkommen Recht», stimmte SP-Verkehrsdirektorin Barbara Egger-Jenzer (SP) den Vorstössern zu. Der Kanton wolle natürlich auch keine sinnlosen Zonen, sondern Tempo-30 auf Kantonsstrassen dort einrichten, wo es sinnvoll sei und die Massnahme eine positive Wirkung entfalte. Die restriktive und differenzierte Vorgehensweise des Kantons habe sich bisher bestens bewährt, bilanzierte Egger. «Wir machen nie, aber auch gar nie eine Tempo-30-Zone gegen den Willen der Standortgemeinde», betonte Egger. Vielmehr werde stets ein partizipativer Prozess durchgeführt.

Für Egger ist auch klar, dass solche Zonen die Verkehrssicherheit markant erhöhen. Die tiefere Geschwindigkeit reduziere die Anzahl und Schwere von Verkehrsunfällen. Auch der Lärm sinke.

Weil für solche Zonen schmalere Fahrbahnen genügten sei es einfacher, längs der Kantonsstrasse Parkplätze anzuordnen. Gerade bei Ortsdurchfahrten profitiere davon das Gewerbe.

Die Motionäre aus dem bürgerlichen Lager betonten, dass Tempo-30-Zonen in Wohngebieten ihre Berechtigung haben. Auf stark befahrenen Durchgangsstrassen mache ein solches Temporegime aber keinen Sinn und führe zu unnötigen Verkehrsbehinderungen.

Die Motionäre liessen in ihrem Vorstoss durchblicken, dass sie einer «flächendeckenden Einführung von Tempo 30 auf unseren Strassen» frühzeitig einen Riegel schieben möchten.

Von flächendeckender Einführung könne keine Rede sein, kontert die Regierung in ihrer schriftlichen Antwort auf den Vorstoss. Sie rechnete vor, dass es heute auf dem 2100 Kilometer langen Kantonsstrassennetz 29 Tempo-30-Regimes gibt in der Gesamtlänge von 9,7 Kilometern.

Bei 29 Zonen auf Kantonsstrassen könne man wohl nicht von einem ernsthaften Problem ausgehen, sondern wohl eher von einem politisch bewirtschafteten Thema, wandte sich Martin Aeschlimann (EVP) am Donnerstag im Rat an die Motionäre. Die Tempo-Debatte entzündete sich an zwei konkreten Projekten in Schönried und Huttwil.

ama/sda

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