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«Warum habt ihr uns das angetan?»

Der 57-jährige Robert Blaser ist Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen. 1965 wurde die Familie auseinandergerissen. Mehr als zehn Jahre verbrachte er in Heimen – heute kämpft er gegen das Vergessen.

Seelische Grausamkeit – immer wieder hörte Robert Blaser im Heim den Satz: «Aus dir wird nie etwas.» Dazu gab es Schläge und Kopfnüsse.
Seelische Grausamkeit – immer wieder hörte Robert Blaser im Heim den Satz: «Aus dir wird nie etwas.» Dazu gab es Schläge und Kopfnüsse.
Valérie Chételat

Angefangen hat es vor fünfzig Jahren: Die Familie Blaser lebt in einem Haus im Graben in Zollikofen. Die Familienverhältnisse sind schwierig. Roberts Vater Eduard ist bereits unter Vormundschaft gestellt. Er bleibt verschiedentlich unentschuldigt der Arbeit fern. Er wird «wegen Arbeitsscheu», wie es in den Unterlagen der Behörden heisst, verwarnt, dann «polizeilich vorgeführt» und mehrmals für drei oder vier Tage in Arrest gesetzt. Die Kinder Robert und Ursula sind viel allein, die Mutter arbeitet im Service oder geht putzen. Eduard (Jahrgang 1956) ­befindet sich bereits in einer Anstalt.

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