Vom Bundesratsselfie bis zur Rohrpost

Nach einem Jahr Umbau eröffnet das Museum für Kommunikation in Bern seine Türen neu.

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Das Museum für Kommunikation in Bern öffnet nach fünfjähriger Planung und einem Jahr Umbau wieder seine Tore. Ab dem 19. August ist auf 2000 Quadratmeter eine neue Dauerausstellung zu erleben - im Zentrum steht die persönliche Begegnung.

«Die neue Ausstellung ist nicht nur eine über Kommunikation, sondern macht sie auch direkt erlebbar», sagte Museumsdirektorin Jacqueline Strauss am Mittwoch vor den Medien. Es sei eine Ausstellung zum Erleben und Anfassen.

Die Ausstellung beginnt bereits auf dem Vorplatz, wo mit 66 Stühlen ein Begegnungsort geschaffen wurde. Danach führt sie über drei Stockwerke durch Themenbereiche wie Erinnerungen, Labor des Alltags, Digitalisierung und Visionen der Zukunft. Neu ist die Ausstellung nicht mehr chronologisch, sondern thematisch geordnet.

In der Ausstellung können sich die Gäste auch gleich selbst in Szene setzen - etwa beim Filmkaraoke selber synchronsprechen, einen Hackerangriff abwehren oder sich im Multitasking üben. Die interaktiven Installationen passen zum Motto der Ausstellung: «Es dreht sich alles um dich und du bist nicht alleine».

Kommunikatoren laden Gäste zum Gespräch

Eine Neuheit sind die sogenannten Kommunikatoren und Kommunikatorinnen, welche die Gäste zum Gespräch einladen, Fragen beantworten und Hintergrundgeschichten erzählen. «Der Ausstellungsbesuch ist dadurch nicht standardisiert, sondern massgeschneidert», sagte Strauss. Das sei ein Novum in der Schweiz und ein Fortschritt in der Kulturvermittlung.

Das Museum hat für die 20 angestellten Kommunikatoren extra einen eigenen Beruf erfunden. Diese werden gleichzeitig Kassierer, Aufsichts- und Ansprechperson. Zudem werden sie das Museum auf dem neusten Stand halten und dazu selber Recherche betreiben.

Angelegt ist die Ausstellung bis im Jahr 2030. Das Museum ist nach dem Schichtenprinzip aufgebaut. «Die Idee ist, dass das Museum auch mehrere Male besucht werden kann», sagte Strauss. Zuerst können sich die Besucher oberflächlich einen Eindruck verschaffen und sich bei Interesse immer weiter vertiefen.

Bundesratsselfie zu entdecken

So entpuppt sich beispielsweise eines der vielen Mobiltelefone an der Wand als jenes von Bundesrat Alain Berset, das er für das erste Bundesrats-Selfie benutzt hat. Am Aufbau der Ausstellung beteiligt waren unter anderem das Szenografenteam von Kossman.dejong, Filmemacher Simon Baumann sowie die Autoren Roman Tschäppeler und Mikael Krogerus.

Vieles wurde neu gestaltet, aber nicht alles. Die bei Kindern beliebte Rohrpost bleibt nicht nur erhalten, sondern ist sogar ausgebaut worden. Neu gibt es für Kinder im Vorschulalter zudem zwölf in die Ausstellung integrierte Stationen - begleitet von einem Eichhörnchen.

Grosse Eröffnungsfeier

Ein zusätzliches Stockwerk wurde zudem für Wechselausstellungen konzipiert. Offiziell eröffnet wird die neue Dauerausstellung am 19. August mit einem grossen Fest. Der Eintritt ist gratis.

Die Planung und Umsetzung der Ausstellung kostete das Museum rund 11 Millionen Franken. 7,1 Millionen bezahlte das Museum aus der eigener Tasche, 1,8 Millionen steuerte die öffentliche Hand bei - 1,2 Millionen davon der Kanton Bern und 400'000 die Stadt.

Das Museum für Kommunikation hat sich über die Jahrzehnte immer wieder neu erfunden und mehrfach Name und Standort gewechselt. Gegründet wurde die Institution 1907 als Museum der PTT (Post, Telefon, Telegraf). 1990 zog die Institution in ein eigenes Gebäude am Helvetiaplatz. Seit 1997 heisst das Haus Museum für Kommunikation. (gbl/sda)

Erstellt: 16.08.2017, 15:20 Uhr

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