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«Viel mehr als Schwingen und Steinstossen»

Für OK-Präsident Ueli Bettler ist Unspunnen ein Fest der Versöhnung.

Lukas Lehmann, Keystone

Herr Bettler, Sie hoffen, dass der 2005 entwendete Unspunnenstein den Weg zurück findet. Sehen Sie konkrete Anzeichen dafür?

Derzeit nicht, aber ich habe die Hoffnung nie aufgegeben, dass der Stein ins Oberland zurückkommt. Er ist nicht ein bernisches, sondern ein schweizerisches Symbol. Unspunnen ist ein Fest der Versöhnung. Wir senden darum das Signal aus: Wer auch immer den Stein hat, möge ihn bitte zurückbringen. Wir werden keine Polizei einschalten und auch keine Anzeige erstatten.

Am ersten Wochenende liegt der Schwerpunkt auf dem Schwingen und Steinstossen. Das Trachten- und Alphirtenfest folgt am zweiten Wochenende. Haben Sie Bedenken, dass dieser zweite Teil weniger Beachtung finden könnte?

Nein, das glaube ich nicht. Es ist zwar richtig, dass der Schwingsport einen Boom erlebt und dass der Teil mit den Trachten, dem Jodeln und der Volksmusik bisher weniger Aufmerksamkeit und Publicity erhalten hat. Aber das zweite Wochenende ist genauso wichtig. Das Unspunnenfest ist viel mehr als Schwingen und Steinstossen. Das zeigt sich schon am Samstag mit dem Tag der Jugend zur Eröffnung.

Ist denn die Jugend empfänglich für die Traditionen?

Ja, das zeigt sich nicht nur beim Schwingen. Auch beim Jodeln und bei der Volksmusik stellen wir eine Zunahme fest. Wir fördern den Nachwuchs mit neuen Liedern und neuen Choreografien. Zudem haben wir eigens für das Fest eine Tracht entworfen, die Interlaken-Edelweiss-Tracht, die erschwinglich ist und sich als Einsteigermodell eignet.

Das Fest, welches heuer zum 10. Mal durchgeführt wird, hat einen gesamtschweizerischen Charakter. Woran zeigt sich das?

Alle 26 Kantone machen beim grossen Festumzug am 3. September mit. Wir wollen Elemente der lebendigen Schweizer Traditionen zeigen. Wir haben ein prächtiges, schweizerisches Programm zusammengestellt. Da sind zum Beispiel die Silvesterchläuse aus Urnäsch oder auch Gruppen der Basler Fasnacht. Auch die Besucher kommen aus der ganzen Schweiz. Zwölf eidgenössische Verbände unterstützen das Fest.

Inwiefern sprechen Sie mit dem Fest auch die ausländischen Gäste in Interlaken an?

Der Zustrom gerade aus dem arabischen und asiatischen Raum ist in Interlaken gross. Wir hoffen, dass einige von ihnen den Weg zu uns finden werden. Auf jeden Fall gibt es immer einen unglaublichen Auflauf, wenn jemand eine Tracht trägt. Da wollen alle ein Bild machen. Und für das Wochenende vom 1. bis 3. September gibt es, anders als für das Schwingfest, noch Billette.

Das Unspunnenfest findet zum ersten Mal ganz auf der Höhematte im Zentrum von Interlaken und nicht auf der Matte bei der Burgruine statt. Könnte darunter die Ambiance leiden?

Die Unspunnenmatte bietet auch aus Sicherheitsgründen nicht mehr genügend Platz. Zudem hat 2011 der Unspunnenschwinget bereits auf der Höhematte stattgefunden. Der Standort hat sich bewährt. Es wäre nicht sinnvoll, das Fest räumlich aufzuteilen. Wir benötigen ein grosses Festzelt, und die Musik muss teilweise verstärkt werden. Es wird aber auf dem Festgelände an vielen Orten intime Momente geben, zum Beispiel wenn Gesangsgruppen spontan zusammen singen.

Sie haben die Sicherheit angesprochen. Werden nach den Terroranschlägen in anderen Ländern Poller und Absperrungen aufgestellt?

Ich möchte nicht ins Detail gehen. Wir nehmen das Thema aber sehr ernst. Die Sicherheitsspezialisten befassen sich intensiv mit den Gefahren und ziehen die nötigen Konsequenzen. Zusammen mit Polizei, Feuerwehr und Sanität unternehmen wir alles, um die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher zu gewährleisten.

www.unspunnenfest.ch

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