Verzicht auf Feuerwerk - ausser die Feuerwehr steht bereit

Wegen der Trockenheit sollte man am Nationalfeiertag gewisse Regeln im Umgang mit Feuerwerken und Feuerstellen beachten.

Wer ein grosses Feuerwerk sehen will, muss an den Thunersee fahren. Dort wird am 1. August vor Gunten und Hilterfingen ein Feuerwerkt gezündet.

Wer ein grosses Feuerwerk sehen will, muss an den Thunersee fahren. Dort wird am 1. August vor Gunten und Hilterfingen ein Feuerwerkt gezündet. Bild: Nicola Pitaro (Symbolbild)

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Nach wie vor herrscht im Kanton Bern hohe Waldbrandgefahr. In zwölf Kantonen besteht gar ein totales Feuerverbot. Auch im Saanenland und im Simmental dürfen weder Feuer noch Feuerwerk angezündet werden. In der Region Bern ist es nicht ganz so schlimm. Das Feuer muss einen Abstand von mindestens 200 Metern zum Wald haben. Für die geplante Grillparty zur Nationalfeier gilt daher: Sie darf stattfinden, sofern das Feuer in einer befestigten Feuerstelle ist und das Wasser zum Löschen bereitsteht. Besser wäre allerdings, den Gas- oder Elektrogrill zu verwenden. «Aber nur unter grösster Vorsicht», sagt der Regierungsstatthalter Christoph Lerch.

Die geplanten Bundesfeiern am 31. Juli und am 1. August dürfen in der Region also mit offiziellem Feuer und Fackelumzug stattfinden, wenn sie den Abstand zum Wald einhalten. «Die Feuerwehr muss aber vor Ort sein», sagt Lerch. Auch Feuerwerk sei im Stadt- und Siedlungsgebiet erlaubt. Allerdings sollte es nicht auf einem trockenen Stoppelfeld, sondern auf befestigtem Untergrund, also etwa einem Parkplatz, abgefeuert werden.

Aufruf zum Verzicht

Der Gemeinde Stettlen geht das zu wenig weit. «Wir hätten ein generelles Feuerverbot erwartet», sagt Gemeindepräsident Lorenz Hess (BDP) auf Anfrage. Die Gemeinde habe schon am Freitag entschieden, auf den Lampionumzug und das traditionelle Feuer zu verzichten. Die Gemeinden ruft zudem ihre Bewohner auf, auf Feuerwerk zu verzichten. «Denn es lässt sich nicht kontrollieren, wohin die Raketen fliegen.» Die Feier finde aber trotzdem statt: mit Ansprache, Musik und einer Wurst für alle Bürger. Ähnlich haben sich auch andere Gemeinden entschieden. Etwa Jegenstorf, Lengnau, Herzogenbuchsee oder Ittigen. Hier gibt es in diesem Jahr kein Feuer und keinen Fackelumzug, wie der Ittiger Gemeindepräsident Marco Rupp (BVI) mitteilt. Auf dem Festplatz ist Feuerwerk verboten. «Im privaten Garten können wir es nicht verbieten, bitten die Bürger aber, freiwillig zu verzichten», sagt er.

Muri hingegen will nicht auf das Feuer verzichten. Auch der Fackelumzug soll stattfinden, wie Andreas Friderich sagt, der für die Muriger Bundesfeier verantwortlich ist. Der Wald sei weit genug entfernt und die Feuerwehr vor Ort präsent. «So können wir es verantworten», sagt Friderich. Das geplante Feuerwerk wird aber nicht durchgeführt. Und wie die anderen Gemeinden ruft auch Muri seine Bewohner dazu auf, kein privates Feuerwerk abzubrennen.

Wer unbedingt ein Feuerwerk sehen möchte, muss an den Thunersee fahren. Dort wird am 1. August um 21.50 Uhr vor Gunten und um 22.15 Uhr zwischen Hilterfingen und Oberhofen je ein Feuerwerk gezündet.

Heisser als 2003

Die aktuelle Hitzewelle dauert mindestens bis Samstag an. Das Bundesamt für Meteorologie hat gar eine Hitzewarnung auf Stufe drei herausgegeben. In der Region Bern ist mit Temperaturen bis zu 35 Grad zu rechnen. Dies kann für Kleinkinder, Schwangere und gebrechliche Menschen gefährlich werden. Sie sollten sich in der kühlen Wohnung aufhalten und viel trinken. Die Schweiz erlebe derzeit die niederschlagärmste Periode seit fast 100 Jahren, und die Temperaturen seien höher als im Hitzesommer 2003, schreibt das Bundesamt. (Der Bund)

Erstellt: 31.07.2018, 06:54 Uhr

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