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Verurteilter Jugendarbeiter darf bleiben

Die Stadt Burgdorf hat einen Jugendarbeiter verwarnt, der ein Pnos-Mitglied bedroht und beschimpft hat.

Die Stadt Burgdorf steht «weiterhin zu ihrem Jugendarbeiter». Hier das Rathaus der Stadt.
Die Stadt Burgdorf steht «weiterhin zu ihrem Jugendarbeiter». Hier das Rathaus der Stadt.
Adrian Moser (Symbolbild / Archiv)

Der Fall hatte die Verantwortlichen in der Burgdorfer Bildungsdirektion in ein Dilemma gestürzt. Die Partei national orientierter Schweizer (Pnos) prangerte Ende Januar auf Facebook einen Jugendarbeiter der Stadt Burgdorf an. Dieser bewege sich in der linksextremen Szene und habe sich verschiedener Delikte schuldig gemacht.

Die Stadt Burgdorf stellte sich sogleich hinter ihren Mitarbeiter, der sehr gute Arbeit leiste, und kritisierte das «Cyber-Mobbing» der Pnos. Ein paar Tage später stand allerdings fest, dass die Vorwürfe zumindest teilweise zutreffen: Der Jungendarbeiter war im November 2017 zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt worden, weil er den Vorsitzenden der Pnos Kanton Solothurn bedroht und beschimpft hat.

Im Strafbefehl heisst es, er habe ihn zusammen mit zwei anderen Personen umzingelt und ihn «Scheiss-Nazi» und «Fascho» genannt. Auch habe er ihm angedroht, ihn bei einem nächsten Mal «kaputt» zu machen. Die drei Täter seien mit Sturmhauben maskiert gewesen. Mindestens einer der beiden anderen ist noch nicht volljährig.

Nun teilt die Stadt Burgdorf mit, dass der Jugendarbeiter seine Stelle behalten darf. Er habe eine schriftliche Verwarnung bekommen und diese «vollumfänglich akzeptiert». Das Vertrauen in den Mitarbeiter sei weiterhin intakt, «im Wesentlichen deshalb, weil er sich durch seine Arbeit bei den Jugendlichen und Vorgesetzten einen guten Namen gemacht hat». Der Jugendarbeiter arbeitet nicht in Burgdorf selbst, sondern in umliegenden Gemeinden, die mit Burgdorf dafür einen Leistungsvertrag haben. Diese stünden «weiterhin zu ihrem Jugendarbeiter», heisst es in der Mitteilung.

Ausführliche Gespräche geführt

Man habe aufgrund der Vorwürfe ausführliche Gespräche mit dem Jugendarbeiter geführt, ergänzt Stadtschreiber Roman Schenk auf Anfrage. Dieser sehe seinen Fehler ein und sei sich seiner Vorbildfunktion «sehr bewusst». Schenk betont, dass der Vorfall sich in der Freizeit abgespielt habe und keine Jugendlichen involviert gewesen seien, die von dem Jugendarbeiter betreut werden.

Die Pnos wirft dem Mann weitere Vergehen vor, die sich im Jahr 2008 ereignet haben sollen. Es geht unter anderem um Körperverletzung und Landfriedensbruch. Der Eintrag im Strafregister war zum Zeitpunkt der Anstellung aber bereits gelöscht – sofern es überhaupt zu einer Verurteilung gekommen ist. Der Jugendarbeiter habe seinen Arbeitgeber auch über diese Ereignisse ins Bild gesetzt, sagt Schenk. «Wir dürfen und wollen sie aber nicht berücksichtigen, da sie weit zurückliegen und aus dem Strafregister gelöscht sind.»

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