Verkauf der Hefenhofener Pferde hat begonnen

Zur Versteigerung der Pferde des mutmasslichen Tierquälers von Hefenhofen haben sich in Schönbühl rund 500 Interessenten und Schaulustige eingefunden.

Zur Gant in Schönbühl fanden sich gestern nicht nur Kaufinteressenten, sondern auch zahlreiche Schaulustige ein.

Zur Gant in Schönbühl fanden sich gestern nicht nur Kaufinteressenten, sondern auch zahlreiche Schaulustige ein.

(Bild: Keystone Anthony Anex)

Im Kompetenzzentrum des Armee-Veterinärdiensts in Schönbühl herrschte am Donnerstag morgen ungewohnt reges Treiben. Schätzungsweise 500 Interessierte, unter ihnen Kaufinteressenten und schaulustige Zaungäste, waren dabei. Viele anwesende kannten sich. Die Stimmung war grossenteils familiär. Allerdings nutzten auch viele Tierschutzorganisationen den Anlass, um auf sich aufmerksam zu machen. Vor dem Gelände protestierte der Verein gegen Tierfabriken. Kurz nach 9 Uhr führte ein Rekrut das erste Pferd aus einem Stall in den Vorführbereich.

Insgesamt stehen 80 Pferde zum Verkauf. Vier Personen hatten vor der Verkaufsaktion den Behörden nachweisen können, dass dreizehn der in Hefenhofen TG gehaltenen Pferde ihnen gehörten, wie Armee-Sprecher Daniel Reist vor Beginn der Aktion der Nachrichtenagentur sda sagte.

Die Armee rechnet damit, dass der Pferdeverkauf, der in deutsch und französisch abgehalten wird, den ganzen Tag lang dauert. Doch die Versteigerung geht in raschem Tempo voran. Nach den ersten 40 Minuten haben bereits zehn Pferde einen neuen Besitzer gefunden. Wer ein Pferd erwerben will, muss einen Verkaufsvertrag unterschreiben, in dem unter anderem steht, dass der Käufer das Pferd gemäss der Tierschutzgesetzgebung hält. Unter den Bietenden sind auch Tierschutzorganisationen. Sie bieten vor allem für Pferde, die in besonders schlechtem Zustand sind.

Begrenzter Maximalzuschlag

Der Thurgauer Amtstierarzt Ulrich Weideli dankte zu Beginn der Gant der Armee für die hervorragende Pflege der Pferde. «Wir sind überzeugt», sagte er, «den Tieren mit dem heutigen Tag einen guten Start in ihr neues, ziviles Leben zu ermöglichen.» Der neutrale Pferdeexperte Henri Spychiger, der den Verkauf leitet, sagte, Ziel sei nicht, so viel Geld wie möglich hereinzuholen. Es gehe darum, bis am Abend für alle Tiere Plätze bei kompetenten Haltern zu finden. Mit der Festsetzung eines Maximalzuschlags von 500 Franken zum Einstandspreis wollen die Behörden verhindern, dass spekuliert wird.

Das erste Pferd, eine Stute, wurde zum Preis von 1200 Franken verkauft. Sech Personen waren bereit, diesen Höchstpreis zu zahlen. Am Schluss musste das Los entscheiden, wer die Stute kaufen durfte. Es war eine Frau mittleren Alters, die das Los zog.

Halter in Gewahrsam

Der Halter der Tiere war vergangene Woche von der Thurgauer Polizei in Gewahrsam genommen worden. Dies, nachdem publik geworden war, dass auf seinem Hof in den letzten Monaten mehrere Pferde verendet waren. Weitere Tiere waren abgemagert und in schlechtem Zustand. Der Mann befindet sich nun in einer fürsorgerischen Unterbringung.

In Schönbühl markierten am Donnerstag auch die Berner Kantonspolizei und die Armeepolizei Präsenz. Am Eingang zum Areal protestierte ein einzelner Aktivist mit Plakaten gegen die Thurgauer Behörden.

sda, ama, nj

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