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Verein Hauptstadtregion Schweiz zieht positive Bilanz

Der Verein Haupstadtregion Schweiz zieht gut ein Jahr nach seiner Gründung eine positive Bilanz – und will die «einzigartige Position» als politische Drehscheibe stärker nutzen.

Der Verein Hauptstadtregion Bern will die «einzigartige Position» als politische Drehscheibe der Schweiz weiter nutzen.
Der Verein Hauptstadtregion Bern will die «einzigartige Position» als politische Drehscheibe der Schweiz weiter nutzen.

Die neue «Hauptstadtregion Schweiz» aus fünf Kantonen mit Bern im Zentrum sollte ihre Rolle als nationales Politzentrum noch stärker nutzen. Das ist das Fazit einer Studie, welche der vor gut einem Jahr gegründete Trägerverein in Auftrag gegeben hat.

Professorin Heike Mayer von der Universität Bern sagte am Freitag vor den Medien in Bern, die Arbeiten an der Studie hätten gezeigt, dass zentrale Akteure einer Hauptstadt zwar in der Agglomeration Bern konzentriert seien. Andere wie zum Beispiel Medien und Verbände verteilten sich hingegen übers ganze Land.

Der Verein Hauptstadtregion Schweiz müsse deshalb anstreben, dass der Raum der fünf Kantone seine nationale Drehscheibenfunktion stärke. Konkrete Handlungsfelder sieht die Professorin für Wirtschaftsgeografie und Regionalforschung in Bereichen wie Informations- und Kommunikationstechnologie, E-Government und Public Management.

Mayer fordert auch eine Verbesserung des Images der Region. Sie soll vermehrt als kreativ und dynamisch wahrgenommen werden. Die Vereinsleitung will diese universitäre Empfehlung nun auch aufnehmen und eine Strategie zur Stärkung der Region entwickeln. Die Studie hat die Uni Bern zusammen mit der Fachhochschule Westschweiz/Wallis erstellt.

«Haus der Kantone» für Tschäppät gutes Beispiel

Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät leitet aus der Studie die Forderung ab, dass der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse «nicht alles von Zürich aus macht», wie er vor den Medien sagte. Er forderte auch einmal mehr, dass das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) Politsendungen vermehrt in Bern produziert.

Das Haus der Kantone stellt für ihn ein gutes Beispiel dar, wie Körperschaften in Bern zusammen Lobbying betreiben können. Diesem Modell könnten etwa auch kleinere Verbände folgen. Tschäppät fordert auch, dass der Bund keine neuen Institutionen ausserhalb der Hauptstadtregion ansiedelt. Er hat allerdings keine Kenntnis von entsprechenden Plänen, wie er auf eine entsprechende Frage sagte.

Positive Zwischenbilanz gezogen

Der Verein Hauptstadtregion Schweiz wurde im Dezember 2010 gegründet. Er besteht aus den fünf Kantonen Bern, Freiburg, Neuenburg, Solothurn und Wallis sowie aus zahlreichen Städten, Gemeinden und Regionalorganisationen dieser Kantone.

Die Gründung war eine Reaktion darauf, dass der Bund vor ein paar Jahren in einem Entwurf des neuen Raumkonzepts Schweiz den Grossraum Bern nicht als Metropolitanraum bezeichnete.

Nach Protest vor allem aus Stadt und Kanton Bern gilt der Grossraum Bern nun eben als Hauptstadtregion Schweiz. Der Bund übernahm damit das von Stadt und Kanton Bern lancierte Konzept. Sie stellen sich auf den Standpunkt, die Hauptstadtregion sei nicht gleichartig, aber gleichwertig mit den Metropolitanräumen Zürich, Basel und Genferseeregion.

Der Verein zieht nach etwas mehr als einem Jahr Existenz eine positive Zwischenbilanz. Der Verein habe sich rasch etabliert, sagten die Vertreter vor den Medien. Auch seien zahlreiche Aktivitäten im Gang.

So geht etwa eine Arbeitsgruppe der Frage nach, wo sich im Bahnsystem der Hauptstadtregion Bern noch Lücken abzeichnen, die zu schliessen sind. Zudem ist ein Lehrlingsaustausch zwischen Gemeinde- und Kantonsverwaltungen der französisch- und deutschsprachigen Teile der Region lanciert worden.

Subventionen für Flugverbindung Lugano-Bern denkbar

Im Zusammenhang mit der Bahnanalyse sagte Alexander Tschäppät, für ihn sei es denkbar, dass der Bund die Flugverbindung Lugano-Bern subventioniere. Dies zur besseren Anbindung des Tessins an das Politzentrum Bern.

Der Berner Stadtpräsident und SP-Nationalrat stellt sich damit hinter eine Forderung des Tessiner CVP-Ständerats Filippo Lombardi, welche die kleine Kammer im Dezember an den Bundesrat überwiesen hat. Auch der Berner SVP-Nationalrat Rudolf Joder wollte 2001 den Bund dazu verpflichten, den Anschluss Luganos an Bern sicherzustellen.

SDA/bs

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