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Überwachung der Netzhaut: Berner Forscher machen es möglich

Das von der Berner Fachhochschule entwickelte Gerät soll krankhafte Veränderungen der Netzhaut frühzeitig erkennen.

Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung von weit verbreiteten Augenleiden ist, dass krankhafte Veränderungen der Netzhaut frühzeitig erkannt werden. (Symbolbild)
Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung von weit verbreiteten Augenleiden ist, dass krankhafte Veränderungen der Netzhaut frühzeitig erkannt werden. (Symbolbild)
Petra Steinkuehler-Nitschke

Die Berner Fachhochschule BFH hat ein Laser-Mikroskop entwickelt, das erstmals die kontinuierliche Überwachung der Netzhaut ermöglicht. Laut BFH eröffnen sich damit neue Perspektiven für die Behandlung von weit verbreiteten Augenleiden.

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) und andere Krankheiten mit Flüssigkeitseinlagerungen in der zentralen Netzhaut gehören zu den häufigsten Augenleiden. Betroffen sind insbesondere ältere Menschen. Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist, dass krankhafte Veränderungen der Netzhaut frühzeitig erkannt werden.

Die Berner Firma Mimo AG hat unter Leitung des Basler Augenspezialisten Peter Maloca ein fortgeschrittenes Überwachungssystem für die Netzhaut (Retina) entwickelt. Die Methode basiert auf der seit Jahrzehnten eingesetzten Lasermikroskopie.

Eine Forschungsgruppe der Berner Fachhochschule hat nun gemeinsam mit der Mimo AG ein kompakteres und selbstmessendes Laser-Mikroskop entwickelt. Laut Angaben der Fachhochschule wird es eine nahtlose Überwachung der zentralen Netzhaut beim Patienten ermöglichen.

Das tragbare Gerät namens «Mimo» hat die Grösse einer Kaffeemaschine. Die Patienten sollen es intuitiv bedienen können. Nach der Positionierung des Kopfs in einer ergonomisch geformten Auflage führt «Mimo» den Netzhaut-Scan rasch und vollautomatisch durch.

Vollautomatische Analyse

Die erfassten 3D-Aufnahmen enthalten zwar weniger Informationen als jene von klinischen Geräten. Sie seien jedoch ausreichend für eine verlässliche Analyse, erklärt Augenspezialist Maloca. Die vollautomatische Analyse von vielen Scans ermögliche bessere Diagnosen als manuell ausgewertete Daten, die in grösseren zeitlichen Abständen erfasst wurden.

Ausserdem kann «Mimo» die Analyseresultate automatisch an ein beliebiges Endgerät übermitteln. Arzt und Patient werden bei einem auffälligen Befund sofort benachrichtigt. Das mindert das Risiko, dass die Therapiemassnahmen zu spät erfolgen.

Entwickelt wurde das Gerät am BFH-Zentrum Technologien in Sport und Medizin. Das Zentrum forscht und entwickelt anwendungsorientiert im Bereich der Mikro-Technologien im Leistungssport, in der Rehabilitation, Medizintechnik und Prävention. An der «Mimo»-Entwicklung waren auch die Augenkliniken der Unis Basel und Zürich und das Royal Moorfields Eye Hospital in London beteiligt.

SDA/msl

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