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Überraschend viele Firmen schliessen Wegzug nicht aus

Eine neue Umfrage zeigt: Das Nein zu tieferen Firmensteuern im Kanton Bern könnte stärkere Folgen haben als bisher angenommen.

10 Prozent der Firmen prüfen aktiv einen Wegzug aus dem Kanton Bern. (Symbolbild)
10 Prozent der Firmen prüfen aktiv einen Wegzug aus dem Kanton Bern. (Symbolbild)
Adrian Moser (Archiv)

Ärger und Frustration in der Berner Wirtschaft sind nach dem Nein zur Steuergesetzrevision vom 25. November gross. Gemäss einer Umfrage der Unternehmerinitiative Fokus Bern, die dem «Bund» vorliegt, prüfen knapp 10 Prozent der Firmen aktiv einen Wegzug. Weitere rund 30 Prozent schliessen einen solchen Schritt nicht grundsätzlich aus. Teilgenommen haben hundert Unternehmen aus diversen Branchen.

Die Wirtschaftsfreundlichkeit des Kantons erhält auf einer Skala von 1 bis 10 die ungenügende Note 3. Mehr als ein Drittel fühlt sich von der Politik nicht gestützt, weitere 55 Prozent sind der Ansicht, die Politik könne mehr für die Wirtschaft tun.

Fokus-Bern-Präsident Peter Stämpfli sagt im Interview mit dem «Bund», der Kanton gerate immer mehr ins Hintertreffen und vermittle gegen aussen ein schlechtes Bild. Er denkt trotz des Neins bereits an eine neue Steuervorlage, die als Paket auch bei den Einkommenssteuern eine Entlastung bringt. Der Unternehmer beklagt die Gleichgültigkeit in der Politik.

Die kantonale Volkswirtschaftsdirektion schreibt dazu auf Anfrage, man pflege «ein engmaschiges Netz» zu den Unternehmen. Das Stimmungsbild, das man dabei erhalte, sei «verhalten positiv». Der Kanton richte sich darauf aus, die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Weitere Standortfaktoren

Das Steuerniveau sei zwar wichtig, so die Volkswirtschaftsdirektion, aber nur ein Standortfaktor unter anderen. Die Verfügbarkeit von Fachkräften habe einen noch höheren Stellenwert. Zudem sehe das Ergebnis nach einer für die Unternehmen enttäuschenden Abstimmung anders aus, als wenn die Umfrage zu einem anderen Zeitpunkt durchgeführt worden wäre. Es sei keine repräsentative Stichprobe, im Kanton gebe es rund 70000 Firmen.

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