Zum Hauptinhalt springen

Trotzhaltung des Regierungsrats irritiert

Auf die Kritik der GPK zum Jugendheim Prêles reagiert der Regierungsrat beleidigt. Besser, er würde offen zum angerichteten Fiasko stehen.

Fehlplanung: Das Jugendheim in Prêles. (Archiv)
Fehlplanung: Das Jugendheim in Prêles. (Archiv)
Keystone

Wenn gebaut wird, kann viel schiefgehen. Ist der Kanton der Bauherr, dann ist die Verantwortung für ein Debakel oft schon deswegen unklar, weil die Projekte eine lange Vorlaufzeit haben. Als Baudirektorin Barbara Egger (SP) 2002 ihr Amt antrat, stand sie vor der undankbaren Aufgabe, eine ganze Serie von Projekten wieder auf die Reihe zu bringen, die unter ihrer Amtsvorgängerin aus dem Ruder gelaufen waren – was sie insgesamt ziemlich souverän erledigt hat.

Die Stichworte sind Frauen­spital, Insel-Notfallklinik und Mitholz-Tunnel. Auch Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) kann sich darauf berufen, dass das Debakel des Jugendheims von Prêles von seiner Amtsvorgängerin aufgegleist wurde.

Irritierend beleidigter Regierungsrat

Irritierend ist allerdings, dass der Regierungsrat den Bericht der Geschäftsprüfungskommission des Kantonsparlaments zum Fiasko von Prêles beleidigt zurückweist und die Schlussfolgerungen kurzerhand als «nicht nachvollziehbar» bezeichnet. Dies, so ist anzunehmen, auf Drängen von Käser und Egger, deren Direktionen in dieser Sache auch in ihren Amtszeiten keine gute Figur machten.

Doch der Bericht der Geschäftsprüfer zielt gar nicht auf Personen. Er zeigt vielmehr gut belegt auf, warum das Projekt von A bis Z schief angepackt wurde: Der Bedarf für ein Jugendstrafheim wurde gar nie seriös abgeklärt, Hinweise auf viel zu hohe Kosten wurden ignoriert, und das Projekt wurde schlecht ausgeführt. Als Ergebnis hat man ein teuer saniertes Heim, das mangels Bedarf geschlossen werden musste.

Die Regierung betont, sie habe die nun angemahnten Verbesserungsvorschläge schon umgesetzt oder eingeleitet. Es ist zu hoffen, dass dies stimmt. Die Beteuerung, man habe dazugelernt, wäre allerdings glaubwürdiger, wenn die Regierung offen zum Fiasko stehen würde – anstatt eine Trotzhaltung einzunehmen. Denn die Regierung wird schon bald beweisen müssen, dass sie es wirklich besser macht – gerade in Prêles. Denn auch das nun dort geplante Ausschaffungsgefängnis ist mit vielen Fragezeichen behaftet.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch