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Thun verliert 90 Stellen – Politik reagiert gefasst

Trotz der negativen Nachrichten zeigten sich Politiker nicht besorgt um die Zukunft des Standorts Thun von Meyer Burger. Denn die kantonale Entwicklung bleibe immer noch positiv.

Solarzellen-Produktion von Meyer Burger in Gwatt bei Thun. Ob dies der letzte Stellenabbau sei, bleibe unklar.
Solarzellen-Produktion von Meyer Burger in Gwatt bei Thun. Ob dies der letzte Stellenabbau sei, bleibe unklar.
Keystone

Erneut ist der Solarzulieferer Meyer Burger in den Schlagzeilen; erneut kündigt er einen Stellenabbau an. Bereits letztes Jahr mussten 160 Angestellte gehen, in den nächsten zwei Jahren verschwinden am Standort Thun weitere 90 Arbeitsplätze. Die Hälfte davon verschiebt das Unternehmen nach Asien. Dabei ist laut Unternehmen noch nicht klar, wie viele Angestellte an anderen Standorten von Meyer Burger weiterbeschäftigt werden.

Das Meyer-Burger-Gelände in Thun ist mittlerweile viel zu gross für die dort verbleibenden 50 bis 60 Angestellten. Das Unternehmen sucht deshalb einen Untermieter. Denkbar sei auch, dass die Liegenschaften verkauft würden, teilte Meyer Burger am Dienstag mit. Ein Umzug stehe allerdings nicht zur Debatte.

Die Gewerkschaften reagierten am Dienstag mit harscher Kritik am Unternehmen. Die Unia wandte sich zudem direkt an Regierungsrat Christoph Ammann: Er solle die Taskforce zu Meyer Burger reaktivieren, die nach den letzten Abbaumassnahmen gebildet wurde. Bei diesem runden Tisch konnten die Vertreter von Kanton, Unternehmen und Gewerkschaften Lösungen für die Angestellten finden.

Ammann offen für Gespräche

Gegenüber dem «Bund» zeigte sich der Volkswirtschaftsdirektor offen für die Forderungen der Gewerkschaft. Unabhängig von einer möglichen Taskforce läuft derzeit das gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren. Es gibt der Belegschaft die Möglichkeit, Vorschläge zu unterbreiten, wie man die Massenentlassung verhindern oder abschwächen könnte.

Am meisten vom Stellenabbau betroffen sind laut dem Unternehmen die Bereiche Forschung und Entwicklung, Verkaufs- und Servicefunktionen sowie verschiedene Support-Bereiche. Man wolle näher beim Kunden sein, begründete die Firma ihren Entscheid, und die Hersteller von Solarprodukten seien mittlerweile mehrheitlich in Asien.

Bern «gut aufgestellt»

Trotz der negativen Nachrichten zeigten sich Politiker nicht besorgt um die Zukunft des Standorts Thun. «Für Betroffene ist der Stellenabbau tragisch», sagte etwa der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP). Aber: Wenn man das Gesamtbild anschaue, sei der Rückschlag verkraftbar. Der Wirtschaftsraum Thun habe eine Vielzahl an Industrieunternehmen und KMU-Betrieben, bei denen der Geschäftsgang erfreulich sei.

Dem stimmt Regierungsrat Ammann zu: «Auch wenn das eine Hiobsbotschaft für den Standort Thun ist, bleibt die kantonale Entwicklung positiv.» Der Wirtschaftsraum Thun sei trotz Abbau einer der «wichtigsten Industriestandorte der Schweiz». In der Region tätig sind wichtige Industriefirmen wie Schleuniger, Studer, Richiger und Ruag.

Auch der Kanton Bern selbst sei weiterhin ein attraktiver Standort. «Mit 80000 Mitarbeitern ist Bern seit diesem Jahr der grösste Industriekanton der Schweiz», sagte Ammann.

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