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Thorberg-Häftling setzt Kampf gegen schwarze Liste fort

Im Kanton Bern geht die Kontroverse um die sogenannte Watchlist mit medial bekannten Häftlingen in die nächste Runde.

Ein Insasse der Strafanstalt Thorberg wehrt sich gegen die schwarze Liste.
Ein Insasse der Strafanstalt Thorberg wehrt sich gegen die schwarze Liste.
Adrian Moser

Ein Thorberg-Insasse, der sich von der schwarzen Liste streichen lassen will, hat Beschwerde bei der bernischen Polizei- und Militärdirektion eingereicht. Peter Zimmermann von der Gefangenenorganisation Reform 91 bestätigte am Donnerstag einen Bericht von 20 Minuten. Auf der Watchlist sind die Namen von verwahrten Häftlingen oder Risikotätern aufgeführt, die mit ihrem Delikt Schlagzeilen machten. Bei ihnen müssen allfällige Haftlockerungen vorgängig dem Leiter des kantonalen Amts für Freiheitsentzug und Betreuung vorgelegt werden.

Gegen diese zusätzliche Hürde setzt sich der Mann zur Wehr, der im Jahr 2000 wegen des Mordes an einer Taxifahrerin zu 14,5 Jahren Haft verurteilt wurde. Die Strafe wurde zugunsten einer Massnahme aufgeschoben.

Medienberichte sagen nichts über Gefährlichkeit aus

«Ob ein Prozess durch die Medien kommentiert wurde, sagt noch nichts über die Gefährlichkeit des Täters aus», heisst es in der Beschwerde, die der Nachrichtenagentur sda vorliegt. Seine Begehren um Versetzung in den offenen Vollzug seien allesamt abgelehnt worden, obwohl Gutachter ihm die Fähigkeit zu Fortschritten zugesprochen hätten.

Der Mann führt dies auf die Watchlist zurück und beantragte Anfang Jahr, ihn von der Liste zu streichen. Das Amt für Freiheitsentzug und Betreuung trat darauf nicht ein. Die am Mittwoch eingereichte Beschwerde richtet sich nun an die Polizei- und Militärdirektion von Regierungsrat Hans-Jürg Käser.

«Hier werden Menschenrechte verletzt, das geht nicht», sagte Peter Zimmermann von Reform 91 gegenüber 20 Minuten. «Wenn es sein muss, werden wir bis vor Bundesgericht ziehen.»

SDA/spr

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