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Thorberg schliesst Sicherungs-Zelle

Auf Anweisung der Kantonsverwaltung muss die Sicherungs-Zelle in der Strafanstalt Thorberg geschlossen werden. Dass dort Gefangene angekettet wurden, sorgte für Kritik.

Sicherungs-Zelle geschlossen: Die Strafanstalt Thorberg.
Sicherungs-Zelle geschlossen: Die Strafanstalt Thorberg.
Franziska Scheidegger

Nach Kritik an der Ankettung eines Insassen darf in der Berner Strafanstalt Thorberg die dafür vorgesehene Zelle einstweilen nicht mehr benutzt werden. Das hat der Vorsteher des bernischen Amts für Freiheitsentzug und Betreuung, Thomas Freytag, angeordnet.

Er habe den Direktor der Strafanstalt auch aufgefordert, Varianten zur Ankettung von Insassen in dieser Zelle zu prüfen, sagte Freytag am Dienstagabend im Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Radio SRF.

Auf die Frage, was das sein könne, sagte Freytag, nach wie vor stünden Hand- und Fussfesseln zur Verfügung, wenn Insassen sich selber verletzten wollten und etwa mit dem Kopf gegen Tische schlügen. Auch Helme zu ihrem Schutz gebe es.

In Zelle an die Wand fixiert

Am Samstag machte der «Bund» publik, dass auf dem Thorberg Insassen in einer Sicherungszelle gefesselt und an der Wand fixiert werden. Ein Insasse wurde mehrere Stunden lang so fixiert, ohne dass der Forensisch-Psychiatrische Dienst der Uni Bern beigezogen wurde. Die nationale Antifolterkommission stuft die Praxis als veraltet ein.

Freytag sagte am Dienstagabend dazu, der Forensisch-Psychiatrische Dienst sei im fraglichen Fall durchaus avisiert worden. Nur dauere es eben eine Zeit lang, bis ein Arzt an Ort und Stelle sei. Der Forensiker sei nicht 24 Stunden am Tag im Haus. Wenn eine Person nicht mehr ansprechbar sei, müsse das Personal sofort reagieren.

Keine gewöhnliche Massnahme

Mit der sistierten Massnahme stand der Kanton Bern in der Schweiz offenbar auch ziemlich alleine da. Auf Anfrage bestätigten mehrere Justizvollzugsanstalten, dass sie auf solche Methoden verzichten. Marcel Klee Reusser, Direktor des Regionalgefängnisses Burgdorf, sagt: «Bei uns werden keine Insassen angekettet.» Stattdessen habe man Zellen, die mit weichen Matten ausgekleidet seien.

Eine Zuführung in eine solche Zelle zum Schutz oder als Disziplinarmassnahme dürfe «nur mit einer eröffneten Verfügung mit rechtlichem Gehör angeordnet werden.» Dasselbe gilt für die Justizvollzugsanstalten für Lenzburg AG und Pöschwies ZH. Laut der Direktion für Justiz und des Inneren des Kantons Zürich können «renitente Gefangene bis zu maximal 20 Tagen in den Arrest gebracht werden.»

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