SVP-Vorstand schickt zwei Kandidaten ins Rennen

Der SVP-Parteivorstand schlägt den Bernjurassier Pierre-Alain Schnegg und den Fürsprecher Lars Guggisberg als Regierungsratskandidaten vor.

Lars Guggisberg (links) und Pierre-Alain Schnegg sollen für die SVP einen Regierungsratssitz erobern.

Lars Guggisberg (links) und Pierre-Alain Schnegg sollen für die SVP einen Regierungsratssitz erobern. Bild: Keystone / zvg

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Die SVP-Parteileitung will bei den Ersatzwahlen in die Berner Regierung im Februar beide frei werdenden SP-Sitze angreifen. Sie schlägt den Delegierten die beiden Grossräte Pierre Alain Schnegg und Lars Guggisberg als Kandidaten vor.

Die Volkspartei will auf die Doppelvakanz bei der SP mit einer Doppelkandidatur reagieren. Die SP trete schliesslich auch mit einem Zweierticket an, begründete SVP-Kantonalpräsident Werner Salzmann den Vorentscheid am Donnerstag auf Anfrage.

In dieser Situation wäre es merkwürdig, wenn nur ein bürgerlicher Kandidat ins Rennen geschickt würde. «Die bürgerlichen Wähler wollen zwei Vakanzen ausfüllen», führte Salzmann aus.

Die Volkspartei hat in der Vergangenheit allerdings nicht nur positive Erfahrungen gemacht mit Grossangriffen. 2006 scheiterte die SVP mit einem Sechserticket, das von vielen Bernerinnen und Bernern als überhebliche Machtdemonstration empfunden wurde. Die Folge war ein historischer, rot-grüner Machtwechsel in der siebenköpfigen Berner Regierung.

Bei den Regierungsrats-Ersatzwahlen im kommenden Februar reicht den Bürgerlichen ein Sitz, um die jahrzehntealten Machtverhältnisse vor 2006 wieder herzustellen.

Der Berner SVP-Präsident untermauerte den Anspruch seiner Partei mit dem Umstand, dass die SVP mit 33 Prozent Wähleranteilen aktuell nur einen Sitz in der Berner Regierung habe, die SP mit 19 Prozent hingegen deren drei.

Die Delegierten der SVP entscheiden am 3. November über den Vorschlag der Parteileitung.

Bürgerliche Wende als gemeinsames Ziel

Noch offen ist, wie die anderen bürgerlichen Parteien auf das Doppelpaket der SVP reagieren. Sowohl FDP wie auch BDP und EDU haben sich als vordringliches Ziel die bürgerliche Wende auf die Fahne geschrieben. Wie man dieses Ziel erreichen will, könnte da und dort noch zu reden geben.

Die Freisinnigen-Parteispitze hatten sich für Donnerstagabend zu einer Vorstandssitzung verabredet. Ob da allerdings bereits Entscheide fallen, sei noch offen, sagte FDP-Geschäftsführer Stefan Nobs auf Anfrage. Die FDP stellt mit Hans-Jürg Käser einen Regierungsrat.

Der BDP-Parteivorstand will sich Ende nächster Woche treffen, wie Parteipräsident Heinz Siegenthaler auf Anfrage sagte. «Oberstes Ziel ist eine bürgerliche Mehrheit in der Regierung und das unterstützen wir voll und ganz», betonte Siegenthaler.

Ob dies mit einem Zweierticket der SVP oder anders erreicht werden solle, müsse die Partei noch diskutieren. Die BDP stellt mit Beatrice Simon bereits ein Regierungsmitglied.

Bei der deutlich kleineren EDU ist klar, dass die Partei keinen Regierungsratskandidaten stellen will. Auch die EDU unterstützt die bürgerliche Wende, hat aber offiziell noch nicht Position bezogen, wie Parteipräsident Peter Bonsack auf Anfrage sagte.

Spital-Vizepräsident und Jurist

Die SVP-Parteileitung hat am Donnerstag auch gleich ihre beiden Favoriten für eine Kandidatur präsentiert. Der Bernjurassier Pierre Alain Schnegg soll den garantierten Jurasitz des abtretenden Gesundheits- und Fürsorgedirektors Philippe Perrenoud anpeilen.

Schnegg ist Unternehmer und Vizepräsident des Spitals Berner Jura. Seit Juni 2014 ist er Mitglied des Berner Kantonsparlaments, des bernischen Grossen Rats.

Als Kronfavorit auf den Jura-Sitz galt lange Zeit Manfred Bühler. Dieser nahm sich am Mittwoch aber aus dem Rennen, weil ihm der Sprung in den Nationalrat gelungen war.

Er habe die Verantwortung, als einziger Vertreter der sprachlichen und kulturellen Minderheit des Kantons Bern unter der Bundeshauskuppel zu politisieren, sagte Bühler und brachte bereits am Mittwoch Schneggs Namen ins Spiel.

Auf den frei werdenden Sitz von SP-Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher will die SVP-Parteileitung den Kirchlindacher Juristen Lars Guggisberg ansetzen. Guggisberg erzielte bei den Nationalratswahlen am vergangenen Wochenende als erster Ersatzmann ein sehr gutes Resultat.

Guggisberg ist Geschäftsführer der Sektionen Biel/Seeland und Lyss/Aarberg des Handels- und Industrievereins des Kantons Bern. Seit 2010 ist er Mitglied des bernischen Grossen Rats. (spr/sda)

Erstellt: 22.10.2015, 09:49 Uhr

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