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Sport wird als Promotionsfach am Gymnasium geprüft

Trotz Bedenken sprach sich der Rat dafür aus, dass die Regierung die Frage prüft.

Die Berner Kantonsregierung prüft, ob Sport an den Gymnasien künftig promotionsrelevant sein soll.
Die Berner Kantonsregierung prüft, ob Sport an den Gymnasien künftig promotionsrelevant sein soll.
Valérie Chételat

Die Berner Kantonsregierung prüft, ob Sport an den Gymnasien künftig promotionsrelevant sein soll. Der bernische Grosse Rat hat am Mittwoch ein entsprechendes, parteipolitisch breit abgestütztes Postulat überweisen.

Erziehungsdirektor Bernhard Pulver machte keinen Hehl daraus, dass die Regierung dem Anliegen eher kritisch gegenübersteht. Doch derzeit würden ohnehin Fragen zu den Bestehensnormen der Matura diskutiert und da könne man auch prüfen, ob Sport als Promotionsfach geführt werden könnte.

Sport als zusätzliche Hürde

Pulver verwies auf die bisher hochgehaltene Parallelität, dass Promotionsfächer auch für die Matura zählen. Damit soll verhindert werden, dass jemand dank Promotionsfächern bis zur Matura kommt und dann dort scheitert, weil das bisher rettende Promotionsfach fehlt.

Ausserdem sei die Matura sei heute schon schwer, denn es gelte 14 Fächer zu bestehen. Sport würde zusätzlich dazukommen, warnte Pulver.

Der Regierungsrat machte in seiner schriftlichen Antwort auf das Postulat auch drauf aufmerksam, dass derzeit auf nationaler Ebene diskutiert werde, ob ungenügende Leistungen in zentralen Fächern wie Erstsprache oder Mathematik zu einfach durch Noten anderer Fächer kompensiert werden können. Vor diesem Hintergrund wäre es wohl schwer verständlich, wenn nun der Kanton Bern neu ein Fach wie Sport für promotionswirksam erklären würde.

Freude an Bewegung beeinträchtigt?

Weiter gab die Regierung zu bedenken, dass Notendruck unter Umständen die Freude an Bewegung beeinträchtigen könnte. Dies sahen die Vorstösser hingegen anders. Sie gehen davon aus, dass das Interesse bei weniger stark an Sport interessierten Schülerinnen und Schülern gestärkt wird, wenn das Fach promotionsrelevant ist.

Die Meinungen in den Fraktionen waren geteilt, wohl nicht zuletzt auch je nach Sportaffinität der einzelnen Grossratsmitglieder.

Damit Sport nur zur Freude und zum Ausgleich unterrichtet werde, seien die Sportlehrkräfte zu gut ausgebildet. Ausserdem liessen sich im Sport zahlreiche Themen praxisnah vermitteln, etwa Physik, Ernährung, Biomechanik, führte Christian Bachmann namens der SP aus.

Mit Sport als Promotionsfach werde die Bedeutung anderer Fächer von grundlegender Wichtigkeit abgeschwächt, befürchtete Alfred Bärtschi namens der SVP.

Trotz Bedenken sprach sich der Rat schliesslich dafür aus, dass die Regierung die Frage, zusammen mit anderen rund um die Matura, prüft. Der Grosse Rat überwies den Vorstoss mit 90 zu 43 Stimmen bei 9 Enthaltungen.

SDA/msl

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